Boulanger (Louis), franz. Historienmaler und Lithograph, geb. in Vercelli (Piemont), 11. März Achul war ein Schüler von Guillon-Lethidre und Achille Devéria und betrat die künstlerische Laufbahn unter dem Einfluß der damals noch jungen Romantischen Schule. Sein (1827, jetzt im Museum zu Rouen) stellte ihn sofort an die Spitze der neuen Richtung, und seitdem beteiligte er sich bis an seinen Tod bei allen pariser Kunstausstellun en. Seine ersten Arbeiten: Rinaldo und Armida, Die 1.r/3 von Gamacho, Der Triumph Petrarcas, Der Tod der Messalina, Der Schmerz e (Antoine Jacques Claude Joseph) der Hekuba (1833—46) fanden die wärmste Anerkennung. Namentlich wurde Victor Hugo, zu dessen Werken er zahlreiche Illustrationen entwarf, sein Gönner. Nach dem Wiederaufkommen der akadem. Richtung erblich der Stern B.s, seine Bilder wurden nüchtern und kalt. Seit 1860 leitete er die Kunstschule in Dijon, wo er 5. März 1867 starb. Einige seiner besten Gemälde, wie Die Sabbatsrunde (1864) und Der Brand von Sodom (1866) zeigen wieder die Vorzüge seiner ersten Leistungen namentlich eine reiche Phantasie. Als en Mamie folgte B. anfangs der kräftigen, tonreichen Manier seines Lehrers A. Deveria, die jedoch in seinen Blättern bald in Stillosigkeit ausartete: Le feu du ciel (1831), Scene de la Saint-Barthélemy (1829), La dernière heure (Allegorie auf die zerstörende Wir⸗ * des Dampfes, 1845). Claude Joseph, Graf), franz. Staatsmann, geb. 19. Febr. 1761 zu Chaumousey, einem Dorf in den Vogesen, erhielt seine Erziehung durch seinen Oheim, einen Dorfpfarrer, und studierte dann im Colleége zu Toul. Er ließ sich 1783 als Advokat zu Nancy nieder, später zu Paris. Beim Ausbruche der Revolution wandte er sich derselben zu, machte als Freiwilliger den Feldzug von 1792 mit, mußte aber wegen seiner gemäßigten polit. Prinzipien vor den Terroristen fliehen. Nach den Ereignissen vom 9. Thermidor kehrte er nach Nancy zurück, wo er die Stelle des Präsidenten am Civiltribunal, dann die des öffentlichen Anklägers im Departement erhielt und 1797 in den Rat der Fünfhundert ewählt wurde. Hier erklärte er sich gegen den Jakobinismus wie gegen die Despotie der Direktorialregierung und machte sich zum Mittelpunkte der sog. konstitutionellen te. N welche die Versammlung in kurzem beherrschte. Nach dem Staatsstreiche vom 18. Brumaire übernahm er die Präsidentschaft der legislativen Sektion im Staatsrate, in welcher Stellung er sich wesentlich an der Redaktion des Code civil beteiligte. Einige Jahre später erhielt B. die Verwaltung der Angelegenheiten der Nationalgüter. Gegen Ende 1810 nahm er seine frũhere Stellung im Staatsrate wieder ein und trat demzufolge auch in den Geheimrat, später in den Regentschaftsrat. Vor der Übergabe von Paris 1814 drang er im Regentschaftsrate darauf, daß die Kaiserin-Regentin mit ihrem Sohne in der Hauptstadt bleibe, dieselbe zum Aufstand rufe und sich im Stadthause bis zur Ankunft des alchr 2 auf Tod und Leben verteidige. Nach der Rückkehr Napoleons trat er als Staatsminister wieder in den Staatsrat, verwaltete mit Cambacéres die Justiz und beteiligte sich an der Redaktion aller wichtigen Staatsschriften. Als Abgeordneter des Depart. Meurthe betrieb er nach der Schlacht von Waterloo in der Kammer die Anerkennung Napoleons II. als Kaiser und übernahm dann in der egierungskommission das Departement der Justiz. Nach der zweiten Restauration wurde er nach Nanc verwiesen, dort aber verhaftet und von den Russen nach Deutschland geschafft, wo er sich erst in Halberstadt, dann in Frankfurt a. M. aufhalten durfte. Erst 1819 er10 t er die Erlaubnis zur Rückkehr nach Frankreich, ebte hier fortan in gänzlicher IHH und starb zu Paris 4. Febr. 1840. apoleon 1 hatte ihn zum Reichsgrafen erhoben. Im J. 1799 veröffentlichte B. Essai sur les causes qui 1649 amenèrent en Angleterre l'établissement de la républiques, welche Schrift eine ungemeine Verbreitung erhielt und die Gemüter wesentlich auf die Revolution vom 18. Brumaire vorbereitete. Daran knüpfte sich „Tableau politique des rêgnes de Charles ILet de Jacques II (2 Bde., Brüss. 1818; Par. 1822). Außerdem schrieb er „Bourrienne et ses erreurs volontaires et involontaires (2 Bde., Par. 1830; deutsch, 2 Bde., Lpz. 1830), ein für die Geschichte Napoleons I. wichtiges Werk.