Braumüller (Wilh., Ritter von), Verlagsbuchschaft r. geb. 19.März 1807 zu Zillbach in der Grafchaft Henneberg (jetzt im sachs.⸗weimar. Kreis Eisenach), trat 1821 in die Baereckesche Buchhandlung in Eisenach als Lehrling ein, kam 1826 zu Gerold nach Wien und blieb hier mit kurzer Unterbrechung, bis er 1836 in Gemeinschaft mit seinem Kollegen Seidel die alte von Möslesche Buchhandlung kaufte, welche von 1840 ab Braumüller u. Seidel firmierte. Im J. 1848 trennten sich die Gesellschafter und B. gründete die seitdem seinen Namen tragende Hof- und Universitätsbuchhandlung. Ganz speziell wurde der mediz. Verlag 2 Wert (unter vielen sonstigen erschienen bei B. die Werke des Anatomen Hyrtl); aber auch die andern Fächer rundeten sich immer mehr encyklopädisch ab. Der im J. 1879 ausgegebene Verlagskatalog weist etwa 1200 Werke in mehr als 1400 Bänden auf. Zu vielen seiner Unternehmungen, wie der über 100 Bände zählenden Badebibliothek, ergriff B. selbst die Initiative. Neben der wissenschaftlichen ließ er auch der schöngeistigen Litteratur seine Pflege angedeihen: Bauernfelds, Laubes, Seidls sämtliche Werke erschienen bei B., die nachgelassenen Gedichte Rückerts, der Briefwechsel Goethes mit dem Großherzog Karl August, Rolletts Prachtwerk über sämtliche Goethe-Bildnisse u. s. w. Am 1. Febr. 1870 feierte B. sein funfkaendelt v Buchhändler-Jubiläum; bei dieser Geegenheit verlieh ihm der Kaiser von Osterreich den Orden der Eisernen Krone und damit den erblichen Ritterstand. Bei Gelegenheit des 300jährigen Jubiläums der Universität Würzburg im Aug. 1882 wurde B. von der mediz. Fakultät derselben zum Doktor honoris causa ernannt. Im J. 1868 nahm B. seinen Sohn Wilhelm Ritter von B. (geb. 1838) als Teilhaber und Leiter des blühenden Sorzeitdem 4Wülges in die Buchhandlung auf, welche seitdem „Wilh. Braumüller u. Sohn » firmiert.