FeedBraun (Aug. Emil)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Braun (Aug. Emil), namhafter deutscher Aräolog, geb. 19. April 1809 zu Gotha, besuchte das ymnasium seiner Vaterstadt und widmete sich dann u Göttingen dem Studium der Archäologie und Hinle Nachdem er hierauf einige Jahre in München verlebt, wo er sich an Schorn und an Schelling anschloß, verbrachte er den Winter 1832—33 zu Dresden und ging im Frühjahr 1833 nach Berlin, wo er zu Gerhard in nähere Beziehung trat. Diesem folgte er nach Rom. Hier wurde er noch in demselben Jahre bei dem Institut für archäol. Korrespondenz zuerst als Bibliothekar, bald darauf als Sekretär angestellt und übernahm 1834 die Redaktion des Bulletinoo und 1837 die der Annali dieser Anstalt. Später richtete er daselbst auch eine galvanoplastische Anstalt ein, aus welcher, außer zahlreichen Nachbildungen antiker Kunstwerke, auch andere bedeutende Werke, wie die 1851 zu Leipzig aufgerichtete Statue Hahnemanns, oreleer eue für den Glaspalast in Sydenham besorgte er eine große Anzahl von Abgüssen der bedeutendsten Kunstwerke. Sein reicher und vielseitiger Atah aller Einförmigkeit und strenger Regelmäßigkeit abhold, suchte oft in allerlei neuen Beschäftigungen Abwechselung und Anregung: so trieb er eine Zeit lang Medizin und praktizierte in Rom als Homöopath. B. starb 12. Sept. 1856 zu Rom. Seinen Ruf als Archäolog begründete er mit den Schriften: «Il giudizio di Parides (2. Aufl., Par. 1838), Die Kunstvorstellungen des geflügelten Dionysoso (Münch. 1839) und Tages und des Herkules und der Minerva heilige Hochzeito(Münch. 1839). Von den zahlreichen übrigen Werken, die sich an jene schlossen, sind, außer Monographien und Beiträgen zu den genannten periodischen Publikationen des Archäologischen Instituts und andern Kunstzeitschriften, noch besonders hervorzuheben: Antike Marmorwerkey (Dekade 1 u. 2, Lpz. 1843), (Die Schale des Kodrosv(Berl. 1843), Die Ficoronische Cister (Lpz. 1850), Griech. Götterlehrey (2 Bücher, Gotha 1850—54), «Die orschule der Kunstmythologieß (Gotha 1854, mit 100 Kupfern), die von Grant auch am Musen 18⁵6) bearbeitet ward; Die Ruinen und Museen Romsv Graunschw. 1854; auch englisch), ein vortrefflicher Kuch r für Fremde, Künstler und Altertumsforscher. uch gab er mehrere neuere Kunstwerke in Nachbildungen heraus, wie z. B. Die Passion des Duccio Buoninsegnar nach den Zeichnungen Fr. von Rhodens, gestochen von Bartolommeo Bartoccini (Lpz. 1850, 27 0h. in Fol.). Brann (Joh. Wilh. Jos.), kath. Theolog, geb. 27. April 1801 zu Gronau bei Düren „bezog 1820 das Klerikalseminar zu Köln, 1821 die Universität Bonn, wo er Theologie und Philosophie studierte. Nachdem er 1825 in Wien die Priesterweihe em-Nonen hatte hielt sich B. zwei Jahre lang in om auf, habilitierte sich 1828 zu Bonn für Kirchengeschichte und Exegese, ward 1829 außerord., 1833 ord. Professor und begründete 1831 mit Hermes und Droste-Hülshoff die Zeitschrift für üwil, Per und kath. Theologievß. Als 1835 das päpstl. Verdammungsdekret über die Schriften seines Lehrers Hermes (s. d.) erschien, reiste B. mit tseinem Kollegen Elvenich 1837 nach Rom, doch waren ihre 9108.0 en um Zurücknahme des Dekrets erfolglos. (Vgl. B.s und Elvenichs Melettemata theologica o, 1837, und Acta Romana, t1838.) Als Hermesianer ward B. 1843 durch die geistliche Behörde von seinem Amte dispensiert „und vom Staate mit vollem Gehalt zur Disposition gestellt; 1848 war er Mitglied der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt, später des Unionsparlaments zu Erfurt, 1852—62 des preuß. Abgeordnetenhauses. Er starb 30. Sept. 1863 zu Bonn. Von seinen Schriften verdienen Erwähnung: „Die Lehre des sog. Hermesianismus über das Verhältnis der Vernunft zur Offenbarungv (Bonn 1835), «Justini martyris et philosophi Apologiaen, mit lat. Kommentar (Bonn 1830; 2. Aufl. 1860), 4«Deutschland und die Nationalversammlungy (1849), „Die Capitolen (Bonn 1849), „Rafaels Disputay (Düsseld. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 472Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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