Brühl (Karl Friedr. Mor. Paul, Graf von), Sohn des Grafen Hans Moritz von B. und Enkel des Ministers, geb. zu Pförten in der Lausitz 18. Mai 1772, wo er von Kindheit auf an den theatralischen und musikalischen Aufführungen, die auf dem zu Pförten errichteten Privat- und Familientheater des Oheims stattfanden, teilnahm, wurde 1790 Jagdjunker in Berlin und 1796 Forstreferendar bei der kurmärk. Kammer. Doch setzte er seine Kunststudien fort und trieb Musik unter 0 auc die Zeichenkunst unter Genelli, versuchte sich auch im Radieren mit Erfolg. Unter Goethes Leitung war er 1798 bei dem herzogl. Privattheater in Weimar wirksam. Auch nachdem er 1800 Kammerherr des Prinzen Heinrich von Preußen geworden, mit dem er einige Jahre zu Rheinsberg verlebte, stand er dem Theater nahe, da der Prinz eine franz. Schauspielertruppe unterhielt. Im J. 1813 machte er den Feldzug als Major im Generalstabe mit und begleitete sodann nach dem Friedensschlusse den König von Preußen nach London. Nach der Rückkehr wurde er 1815 zum Generalintendanten der königl. Schauspiele in Berlin ernannt. In diesem Wirkungskreise entwickelte er eine rastlose Thätigkeit, die sich namentlich auf die Korrektheit der Kostüme und der Dekorationen erstreckte, während in rein künstlerischer Beziehung die königl. Theater unter seiner Leitung zurückkamen. Auch war er Anordner aller Festzüge, welche im königl. Schlosse stattfanden. Außerdem begründete er das Dramatische Wochenblatto auf eigene Kosten, welches in seinen drei Jahrgängen (1815—17 außerordentlich viel Wertvolles enthielt, schrieb Vorreden zu mehrern Werken über Kostüme und Dekorationen und 2 mit Spiker die «Darstellung des Festspiels alla Se welches auf dem 27. Jan. 1821 im königl. Schlosse veranstalteten Maskenball gegeben wurdes (Berl. 1822, mit 23 Kupfern) heraus. Nachdem B. 1828 seine Entlassung genommen, wurde er 1830 Generalintendant der königl. Museen, als welcher er aufs neue seinen Kunstsinn bewährte. Er starb zu Berlin 9. Aug. 1837. Vgl. Dingelstedt in Teichmanns Nachlaßo (Stuttg. 1863).