Buchstabe heißt das geschriebene Zeichen für einen einzelnen Sprachlaut, daher eine Schrift, die alle einzelnen Laute durch solche eichen ausdrückt, Buchstabenschrift, zum Unterschiede von einer Schreibweise, die mehrere Laute (Silben oder ganze Worte) durch ein einziges Zeichen darstellt, wie das 3. B. in der altesten ägypt. Schrift (den Hierolyphen), im Chinesischen und sonst geschieht. Die 90 er B., deren Gesamtreihe man Alphabet (. d. nennt, ist je nach der Zahl der Laute, welche eine Sprache besitzt, sehr verschieden, aber auch das reichste Alphabet drückt niemals alle in einer Sprache vorhandenen Lautunterschiede aus (es werden meist nur die gröbern Unterschiede in der Schrift bezeichnet), sodaß z. B. im Deutschen durch e mehrere nicht ganz gleiche Laute (z. B. in See, Bett) gegeben werden, während andererseits wieder ein und derselbe Laut zuweilen mehrere Zeichen hat, z. B. à und e (hätte, Bett). Da B. immer nur das geschriebene Berrigr bedeutet, darf man das Wort nicht zur Bezeichnung der Laute selbst verwenden, also z. B. nicht von Lippenbuchstaben u. s. w. reden. Stumme B. nennt man solche, die in der gegenwärtigen Aussprache keinen Lautwert mehr —* en, wie es deren viele z. B. im Englischen und Französischen gibt. Das Wort „Buchstabe » bedeutet eigentlich einen Buchenzweiglestab); auf einen solchen ritzten die Deutschen ältester Zeit Runen zu Los und Weissagung ein; von da aus ist der Ausdruck auf das Zeichen selbst angewandt worden.