FeedBund
Recht & StaatBrockhaus 1882

Bund bedeutet im allgemeinen einen unter gegenseitigen Verpflichtungen und Zusagen abgeschlosse nen Vertrag. Im biblischen Sinne wird unter B. das Vertragsverhältnis zwischen Gott und seinem auserwählten Volke verstanden, welches einerseits auf der Offenbarung des göttlichen Heilswillens an Israel, andererseits auf der Verpflichtung des Volks, die als Bedingung der Fortdauer der göttlichen Bundesgnade ihm auferlegten Gebote 8 erfüllen, beruht. Unterschiede von der durch Christus gestifteten ottesgemeinschaft bein der B. Gottes mit Jsrael der Alte B. Derselbe wurde nach der Darstellung der Bücher Mosis (in ihrer gegenwärtigen Gestalt), nach dem Vorgange des Bundes Gottes mit Noah, schon mit Abraham begründet (eder B. der Vereißungo), mit den übrigen Patriarchen des Volks Srael erneuert, durch die Beschneidung symboliiert Wesaß auch der B. der Beschneidung ov) und darin befaßt, daß Gott dem Abraham eine reiche und gesegnete Nachkommenschaft, Abraham aber mit seinem Volke Gott Treue und Gehorsam verspricht. Andererseits wurde dieser B. erneuert mit oses nach der Befreiung Onoog aus Agypten. Indessen läßt die ältere Anschauung den B. Gottes mit Israel erst durch Moses auf dem Berge Sinai Mob ossen werden. Als Bundesurkunde brachte oses die auf zwei steinerne Tafeln geschriebenen Zehn Gebote vom Berge herab, Woram der B. mittels eines blutigen Sühnopfers (Blut des Bundeso) feierlich geweiht wurde. Als dingung de Beobwurde den Israeliten unter Bedingung der Beobachtung des Bundesgesetzes Gottes Schutz und Segen und Heimführung in das gelobte Land Kanaan in Aussicht gestellt. Die mosaischen Bundes wurden daher vornehmlich das Buch des Bundes oder schlechthin B. genannt, der Name aber allmählich auf die gesamten angeblichen «mosaischeno Schriften und endlich auf das Alte Testament überhaupt ausgedehnt. Auf Grund der alttestamentlichen Bundesidee wurde auch die durch Jesus Christus begründete religiöse onsaulssaßt unter dem Gesichtspunkte eines Bundes aufgefaßt, in welchem man die Weissagung Jer. 31,31 von einem eneueno B. erfüllt fand. 9 us selbst Du sein für die Seinen vergossenes Blut als sein „Bundesbluto bezeichnet (Matth. 26, 28; Mark. 14, 24). Dagegen rührt die ausdrückliche Bezeichnung des Christentums als eines neuen Bundes sicher erst von Paulus her (1 Kor. 11, 25; 2 Kor. 3, 6. 14 und danach Luk. 22, 20 und öfter im Hebräerbriefe), und hängt zusammen mit der eigentümlichen paulinischen Lehre von dem neuen durch Christi Kreuzesblut allen Gläubigen eröffneten Heilswege, durch welchen das mosaische Gesetz aufgehoben und die Gleichberechtigung von Juden und Heiden im Gottesreiche ausgesprochen ist. In gleichem Sinne, wie die Benennung «Alter B.» auf die ganze Sammlung alttestamentlicher Schriften, bezieht man den Ausdruck Neuer B.y auf das Neue Testament. [Bundesstaat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 721Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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