FeedCassettöne (ital.)
BaukunstBrockhaus 1882

Cassettöne (ital.), die bei den Deckengewölben, namentlich Kuppeln, der antiken Baukunst vorkommenden, nach oben zu kleiner werdenden vertieften viereckigen oder auch achteckigen Felder. Sie finden sich besonders häufig an den aus Gußmauerwerk bestehenden Gewölben der Thermen vor und dienten teils zur Dekoration der Gewölbfläche, teils zur Erleichterung der Konstruktion durch Verringerung des Gewichts der Gewölbe und der Stärke der Stützmauern. OCassia L., Pflanzengattung aus der Familie der Leguminosen. Ihre zahlreichen, im tropischen und subtropischen Afrika, Asien und Amerika wachsenden Arten, meist Bäume und Sträucher, zum Teil aber auch Kräuter, besitzen paarig gefiederte Blätter und traubig oder doldentraubig angeordnete Blüten, welche aus einem fünfblätterigen, abfallenden Kelch, fünf Blumenblättern von ungleicher Größe, zehn in drei Gruppen geordneten, verschieden lang gestielten Staubgefäßen mit an der Spitze zweilöcherigen Beuteln und einem einzigen Stempel bestehen. Die —ẽ ist eine vielfächerige und vielsamige Gliederhülse. Die meisten Arten haben gelbe, manche schön goldgelbe Blumen. Es gehören zu dieser Gattung viele Arzneigewächse und Zierpflanzen. Unter erstern sind zunächst bemerkenswert diejenigen Arten, deren getrocknete Blätter unter dem Namen Folia Sennae oder Senna in den Handel kommen und die bekannten, als kräftiges Purgiermittel vielgebrauchten Sennesblätter sind. Die hauptsächlichsten Stammpflanzen dieser Blätter sind: C. 1enitiva Bisch., C. medicinalis Bisch., C. obovata Collad. Diese im tropischen Afrika heimischen Arten stimmen darin überein, daß ihre Gliederhülsen breit, flach zusammengedrückt und papierartig sind, keinen Brei einschließen und bei der Reife höchstens am Rande durch Ablösung der Naht etwas klaffen, nicht aber aufspringen. Ein anderes Arzneigewächs ist die C. fistula L., ein in Ostindien heimischer und in Agypten sowie im tropischen Amerika kultivierter Baum mit glatter, grüner Rinde, 45 em langen, aus getielten, bingende Blättchen zusammengesetzten lättern, hängenden, achselständigen, bis 60 em langen Trauben großer, goldgelber, sehr wohlriechender Blumen und walzigen, fingerdicken, stabförmigen, bis 60 em langen Früchten von holziger Beschaffenheit, die äußerlich geringelt erscheinen, inwendig durch zahlreiche Querscheidewände in mit einem schmierigen, angenehm süßlich schmeckenden Brei erfüllte Facher abgeteilt sind, deren jedes einen flachgedrückten, glänzend ochergelben Samen birgt. Der Fruchtbrei dieser sog. Föhren- oder Fisettcassia wurde unter dem Namen Cassiamark früher mehr wie gegenwärtig als gelindes Purgiermittel angewendet. Auch wird derselbe zu Tabaksaucen benutzt. Die Rinde dient in Ostindien als Gerbmittel. C. Absus L., eine in Agypten wachende, fußhohe Staude mit langen, gelblichgrünen lättern und kleinen Träubchen orangegelber oder blutroter Blumen, welche schwertförmige, 6 em lange, drüsige, mit glänzenden, bräunlichschwarzen, aromatisch riechenden und widerlich bitter schmeckenden Samen erfüllte Hülsen trägt, ist unter dem Namen Cichon in Agypten wegen der Olansheht keit ihrer Samen gegen die ägypt. Augenkrankheit berühmt. Ihre Samen sind auch in Europa unter dem Namen Semina Cismae gegen diese Krankheit mit Erfolg angewendet worden. C. alata L., ein im tropischen Amerika wachsender Strauch mit 6— 10 paarigen Blättern und großen, endständigen Trauben goldgelber Blüten, gilt in allen Tropengegenden als ein wirksames Mittel gegen die Krätze (die Blätter und Blüten). Viele Cassien werden ihrer schönen Blüten und Blätter wegen als Zierpflanzen kultiviert. So ist in Südspanien die C. tomentosa L., ein aus Ostindien und Südamerika stammender Strauch oder Baum mit unterseits weißwolligen Blättchen und goldgelben Blumen, fast in jedem Garten zu finden, und bei uns wird die in Nordamerika einheimische C. marylandica L., eine 60—90 em hohe Staude mit acht bis neun paarigen Blättern und achselständigen Trauben gelber Blumen, welche gut im Freien aushält, ebenfalls banii als Zierpflanze kultiviert. Viele andere Arten der Tropengegenden schmücken die Gewächshäuser der Gärten, z. B. C. floribunda Cav. aus Mexiko, C. corymbosa Lam. aus Buenos-Ayres, C. glauca Lamh. aus Ostindien, C. capensis bg. aus Südafrika u. s. w. Alle diese Arten, je nach ihrem Vaterland bald Kalthaus⸗, bald Warmhauspflanzen, verlangen zu ihrem Gedeihen viel Licht und lassen sich durch Samen und Ableger vermehren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 45Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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