Charlottenburg, Stadt und preuß. Residenz, bildet einen Kreis (21 qkm) des preuß. Regierungsbezirks 5ol liegt an der Spree unmittelbar westlich von Berlin, Centralstation der Berliner Stadtbahn, zählt (1880) 30483 meist evang. E. Die bedeutende Villenanlage West-End (über 120 Villen) schließt sich unmittelbar an die Stadt. Mit dem großartigen Vergnügungsetablissement Flora (vollendet 1873) ist ein Palmenhaus verbunden. Auch sind hier 4.7 Fabriken, ein metallurgisch-chem. Hüttenwerk, Marmor⸗„ Thonwaren- und Porzellanfabriken, Glasfabrik Albertinenhütte, Wachslichtfabrik, Färberei, Gasanstalt, Eisengießerei und Maschinenbauanstalt. Die Stadt ist der Sitz eines Amtsgerichts. Sie hat zwei evang. und eine kath. Kirche und ein Gymnasium; auch ist daelbst die Artillerie- und Ingenieurschule und die olytechnische Hochschule, deren Eröffnung für 1883 projectiert ist. Besonders ist das die Grundlage der Stadt bildende königl. Lustschloß hervorzuheben, mit einem großen, schönen Garten und herr-Alter Orangerie. Dasselbe ist wegen verschiedener Altertümer und Kunstwerke sehenswert. Im Park steht das 1810 von Gentz erbaute, 1843 von Schinkel erweiterte Mausoleum, in dessen unterm Gewölbe Friedrich Wilhelm III. und seine Gemahlin, die Königin Luise, ruhen, während der obere Raum die von Rauch tonut: n ausgeführten Marmorbilder beider enthält. Auf dem Lützowplatze steht ein einfach-schönes Kriegerdenkmal. Park und Schloß verdanken ihre Entstehung der Königin Sophie Charlotte, der Gemahlin Friedrichs I. Der mittlere Teil des Hauptbaues, über dem jetzt die Kuppel steht, ist ein Werk Schlüters, vollendet 1699. Flügel und Kuppel wurden in den folgenden Jahren durch Eosander von Goethe angefügt, woran noch im Todesjahr der . 1705 geärbeitet wurde. In den J. 1709—12 folgte das Orangeriegebäude desselben Baumeisters, 1740—42 der sog. Friedrichsbau (rechter Flügel) von v. Knobelsdorf, 1788 das Schloßtheater (Ende des linken Flügels) von Langhans. Ein Haus an der Spreeseite erbaute Friedrich Wilhelm III., um laht mit seiner Gemahlin, der Königin Luise, in schlichter Einfachheit zu leben. Schloß und Park waren ein Lieblingsplatz derselben und bewahren ihren Namen in dem von ihr eingerichteten vor dem Schlosse befindlichen Platze. Das Schloß selbst hat bis 505 m Länge. Die Stadt wurde 1705 durch Friedrich I. zum Andenken an seine verstorbene Gemahlin gegründet. Im J. 1721 erhielt sie die Stadtgerechtigkeit. Zu C. gehört der einé Viertelstunde entfernte Spandauer Bock. Etwa 1½¼ Stunde von C. liegt in ausgedehntem Walde das königl. Jagdschloß Grunewald, 1542 von Joachim II. gebaut.