FeedCharybdis
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Charybdis, schon in der Odyssee die Personikation eines gefährlichen Meerstrudels, war nach er, freilich nur von einem sehr späten Autor überlieferten Mythe eine Tochter des Poseidon und der Gäa. Man sucht diesen Strudel in einem Wirbel in der sicil. Meerenge unfern der Spitze des Hafen: damms von Messina, welcher jetzt Garofalo heißt. Er war den unkundigen Schiffern, wie schon die Odyssee es schildert, ehemals um so gefährlicher da sie sich in dem Bestreben ihm zu entgehen, der Gefahr aussetzten, an den Felsen der Scylla (s. d. Schiffbruch zu leiden. Bei ruhigem Meere, zuma wenn kein Südwind weht, fahren jetzt die Schiffe ohne Gefahr über die C. — Der sprichwörtlich gewordene Vers Incidit in Scyllam qui vult vitare Charybdimo (Es stürzt in die Scylla, wer die C. vermeiden willo) findet sich bei keinem klassischen Schriftsteller, sondern ist einem Verse aus der Alexandreiso des Philippe Gaulthier (um 1180 n. Chr.) nachgebildet. Dort lautet der Vers: Iueidis in Scyllam, cupiens vitare Charybdimo (Du stürzest in die Scylla, während du die C. zu vermeiden wünschesto).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 201Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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