Chazal (Pierre Emanuel Felir, Baron), belg. General, geb. 1808 in Tarbes (im franz. Depart. Hautes Pyrénées), wo sein Vater, der in der Revolution Konventsmitglied gewesen und später von Napoleon zum Baron ernannt worden war, die Stelle eines Präfekten bekleidete. Nach dem Sturze des Kaiserreichs zog sich die Familie nach Belgien zurück, und hier wurde C. für das Kaufmannsfach erzogen. Im J. 1830 leitete er ein Tuchgeschäft in Brüssel, wurde aber bald von der revolutionären Bewegung fortgerissen und plötzlich zum Generalintendanten der Armee emporgehoben. Fortgesetzte militärische Studien befähigten ihn, nach der definitiven Organisation des Heeres das Kommando eines Infanterieregiments zu übernehmen; 1842 nißt, sind unter K aufzusuchen. wurde er Brigadegeneral, 1847 Divisionsgeneral und 1844 wurde ihm das große Indigenat gewährt. Am 12. Aug. 1847 trat er als Kriegsminister in das liberale Kabinett Frere-Rogier und verwaltete sein Amt mit bestem Erfolg, bis er 1850 infolge seiner Opposition gegen die Herabsetzung des Militärbudgets seine Dimission nahm. Bald darauf zog er sich infolge einer Herausforderung eines Deputierten eine Dienstsuspension auf einige Monate zu. Nachdem ihm 1859 aufs neue die Leitung des Kriegsministeriums anvertraut worden war, setzte er das neue Landesverteidigungssystem und die damit verbundene Neubefestigung Antwerpens bei den Kammern durch und verteidigte dieses Projekt standhaft und erfolgreich der stürmischen Opposition der Stadt Antwerpen gegenüber. Im Nov. 1866 gab er sein Portefeuille an Generad Goethals ab und wurde wieder Divisionär und Adjutant des Königs. Bei Beginn des Deutsch⸗-Französischen Kriegs 1870 wurde ihm das Oberkommando der zwei zur Sicherung der belg. Neutralität mobil gemachten Armeekorps anvertraut. Im J. 1874, nach der Organisation der zwei großen Militärbezirke, wurde er an die Spitze des einen gestellt; Gesundheitsrücksichten nötigten ihn jedoch, die Entlassung aus dem aktiven Dienste nachzusuchen, worauf er zum Generaladiutanten des Königs ernannt wurde.