Chokolade, ein aus gerösteten Früchten des Kakabbaums dargestelltes Luxusnahrungsmittel, welches in Mexiko seit ältesten Zeiten genossen und von dort 1520 durch die Spanier nach Europa gekommen ist. Von Spanien verbreitete sich der Gebrauch der C. bald na allen Ländern. Die Zubereitung derselben wurde namentlich in Jeuthuden vielfach verbessert und bis in die neueste Zeit haben die franz. Fabriken durch die vorzügliche Qualität ihres Enen den Weltmarkt beherrscht, doch wird ihnen gegenwärtig von manchen deutschen Fabriken erhebliche Konkurrenzgemacht. Die Qualität der C. wird teils durch die Zubereitung, vorzugsweise aber durch die Auswahl des Rohmaterials bedingt, da die verschiedenen Sorten der Kakaobohnen sich durch höhern oder geringern Gehalt an Aroma und Fegab des Geschmacks wesentlich unterscheiden. Die Kakaobohnen von Puerto Caballo, Caracas und Maracaibo werden am höchsten geschätzt und stehen daher hoch im Preise, sodaß sie nur zu der feinsten C. verwendbar sind. Außer der C. werden aus den Kakaobohnen noch drei andere Targo m hergestellt, der Kaka, der entölte akao und der Kakaothee (s. unter Kakao). Die Fabrikation besteht in Folgendem: Die Kakaobohnen werden auf 11 ähnliche Weise wie der Kaffee einer schwachen Röstung unterworfen, dann in einer eigenen Maschine zu kleinen Stückchen zerbrochen und durch Gebläsewind von den zertrümmerten leichten Schalen, die das Rohmaterial für den Kakaothee liefern, befreit. Der gebrochene Kakao wird auf Kollergängen oder sonstigen Mahlvorrichtungen zunächst gröblich zerkleinert und zugleich mäßig erwärmt, wobei das daer welches etwa die Hälfte des Gewichts der Bohnen ausmacht, schmilzt und dadurch dem Ganzen eine breiige Konsistenz gibt. In diesem Zustande kommt die Masse in die Schleifmaschine, welche aus mehrern, sich mit verschiedener Geschwindigkeit 1, hier den eisernen oder granitenen Walzen besteht, hier wird sie so lange bearbeitet, bis sie vollständig homogen geworden und die Konsistenz von Schweineschmalz angenommen hat. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Fabrikation der drei Kakaopräparate gleich. Soll die Kakaomasse in C. umgewandelt werden, so wird sie in einer Mischmaschine mit ihrem gleien Gewicht fein gepulvertem Zucker und dem nötigen Gewürz, Vanille oder Zimt versetzt, um dann von neuem wieder geschliffen zu werden, bis alles auf das innigste gemischt ist. Die Mengen der Gewürze müssen nach deren Qualität und nach dem Geschmack der Konsumenten bemessen werden, statt der im Gehalt an Aroma so wechselnden Vanille verwendet man neuerdings meist künstliches Vanillin (s. d.), womit man den Geschmack des Fabrikats viel sicherer regeln kann als mit der natürlichen Vanille. Die sog. Gesundheitschokoladen erhalten keinen Zusatz von Gewürz. Die fertig zubereitete Chokoladenmasse wird endlich noch in einer Maschine stark komprimiert, um eingeschlossene Luftbläschen herauszutreiben, und wird aus dieser in Form eines runden, weichen Stranges herausgepreßt, welcher in Stücke von dem erforderlichen Gewicht zerteilt wird, die dann in Formen von verzinntem Blech gestrichen werden, in denen die C. beim Erkalten zu festen Massen erstarrt. Für die Herstellung des Kakaos wird die Kakaomasse ganz auf gleiche Weise fertig gemacht. Zur Fabrikation des entölten Kakao wird die noch warme Masse in Tücher geschlagen und zwischen gewärmten Eisenblechen in einer hydraulischen Presse einem möglichst starken Druck ausgesetzt, wobei das Fett, die Kakaobutter, abfließt. Die dabei zurückbleibenden Preßkuchen werden zerstampft und zu Pul⸗ „ver gemahlen. Das des Fettes beraubte Kakaopulver hat den Übelstand, daß es mit heißem Wasser übergossen nicht wie die C. eine gleichmäßige Emulermißt, sind unter K aufzusuchen. sion bildet, sondern sich leicht aus der Flüssigkeit absetzt und diese als eine trübe Bruhe mit reichlichem Bodensatz zurückläßt. Diese unangenehme Eigenschaft wird ihm aber benommen, wenn man beim Mahlen eine ganz geringe Menge kohlensaures Kali, dessen Anwesenheit durch den Geschmack nicht wahrenommen werden kann und auf keine Weise gesundheitsschadlich wirkt, zusetzt. Der so präparierte Kakao führt im Handel den Namen löslicher oder holländischer Kakao. Auf der Tafel: Chokoladenfabrikation zeigt Fig. 9 eine zum Rösten der Kakaobohnen dienende Maschine von einfacher Konstruktion, während Fig. 7 eine Dampf-Röstmaschine für den gleichen Zweck darstellt. Bei letzterer wird der Kakao entweder durch den abgehenden oder durch direkten Dampf geröstet, welche Methode den Vorzug hat, daß bei durchaus gleichmäßiger Wirkung das Verbrennen von Kakaobohnen ausgeschlossen ist. Bei der erstern Konstruktion werden die Bohnen in eine um ihre horizontale Achse rotierende Blechtrommel ½½ die in der gleichen Weise wie ein Kaffeerenner über dem Feuer gelagert ist; bei der Dampf-Röstmaschine kommen die Bohnen in einen Behälter, dessen doppelter Boden mit Dampf geheizt wird, und in welchem sie durch mehrere an einer vertikalen Welle befestigte Arme in beständiger Bewegung erhalten werden. Das Zerkleinern der gerösteten Kakaobohnen erfolgt auf besondern Brechmaschinen, die mit einer Reinigungsvorrichtung versehen sind, in welcher durch starken Luftzug die Schalen von den Kernen getrennt werden. Ein Stampfwerk, wie ein solches in Fig. 8 dargestellt ist, dient zum Zerkleinern der Kerne, sowie der zu verwendenden Gewürze. Wie die Abbildung zeigt, besteht diese Maschine aus zwei Töpfen zur Aufnahme des Kakaos, resp. der Gewürze, in welchen je zwei Stempel sich auf⸗ und abbewegen. Eine besondere Vorrichtung bewirkt, daß die Töpfe bei jedem Aufgang der Stempel um etwa 2 em um ihre Achse gedreht werden, wodurch eine gründlichere Zerkleinerung erreicht wird. Die von der Schale befreiten Kakaobohnen können auch sogleich auf einem sog. Melangeur zerkleinert werden. Eine derartige Maschine ist durch Fig. 2 veranschaulicht. Dieselbe ist mit zwei an den Armen einer vertikalen Welle befestigten Läufern von Granit ausgestattet. Der untere Teil der Maschine wird mit Dampf geheizt; durch zwei Wendemesser wird die zu bearbeitende Masse immer wieder unter die Läufersteine befördert. Während bei dieser Maschine der Bodenstein festliegt, zeigt Fig. 5 einen mit Dampf zu heizenden Melangeur, bei welchem der gleichfalls aus Granit bestehende Bodenstein in rotierende Bewegung versetzt wird, während die Läufersteine so- wie die Wendemesser feststehen. Eine Maschine, welche zum Schleifen sowohl der gemahlenen Kai in Fig als der Chokoladenmasse benutzt wird, ist in Fig. 3abgebildet. Die wirksamen Teile derselben sind aus Granit hergestellte und fein polierte Walzen, deren eine außer ihrer Umdrehung eine hin⸗ und uachse 0 Bewegung in der Richtung * Längenachse hat; außerdem arbeiten diese Walzen, um ein kräftiges Reiben zu erzielen, mit ungleicher Geschwindigkeit. Der Kakao, f die C. wird dann in den oberhalb der Walzen befindlichen Trichter gebracht, sodaß die eine der Walzen die Masse berührt und bei ihrer Drehung dieselbe allmählich zerreibt. Nachdem die mit Zucker und eventuell mit Gewürzen Dearheite Kakaomasse im Melangeur genügend bearbeitet ist und die 10 mi Konsistenz gewonnen hat, bringt man dieselbe in die in Fig. 6 abgebildete Maschine, in welcher das Auspressen der Luft bewirkt wird. Auf der horizontal gelagerten Welle dieser Maschine ist eine Schnecle ne t, welche die durch den obern Trichter eingebrachte Chokoladenmasse komprimiert und durch eine seitliche Ooffnung in Gestalt eines weichen, runden Strangs herauspreßt. Auf einem kleinen Gestell sind Marken angebracht, die je nach der Länge des Strangs dessen Gewicht anzeigen, wonach man mit dem an der Offnung besmdlichen drehbaren Messer die herausquellende Masse in beliebig große bestimmte Quantitäten abteilen kann. Sobald die C. in die betreffenden Formen gebracht ist, setzt man die letztern auf einen Klopftisch (Fig. ), dem mittels Excenters eine rüttelnde Bewegung erteilt wird, wodurch sich die Masse gleichmäßig in die Formen absetzt. Fig. 4 zeigt eine Presse zum Auspressen der Kakaobukter, die mit Dampfheizung versehen und für Handbetrieb eingerichtet ist, indem man mittels eines langen Hebelarms auf eine Schraube wirkt, wodurch ein Mann im Stande ist, einen Druck von etwa 35000 kg auszuüben.