Claudius (Matthias), Asmus oder der Wandsbecker Bote genannt, Dichter und Schriftsteller, geb. 2. Jan. 1740 zu Reinfeld im Holsteinischen, sidierte seit 1759 zu Jena, wurde 1764 Sekretär eines Grafen Holstein in Kopenhagen, 1768 Mitarbeiter an einer hamburger Zeitung und siedelte 1770 nach dem benachbarten Wandsbeck über als Mitredacteur der von Bode gegründeten Zeitung „Der Wandsbecker Botey (seit 1773 Der deutsche Botev). Nachdem er 1775 von dieser bald darauf eingehenden Zeitung zurückgetreten war, ging er 1776 als Oberlandkommissar nach Darmstadt, kehrte aber schon im folgenden Jahre nach Wandsbeck zurück. Hier blieb er auch wohnen, als er 1788 zum ersten Revisor der Schleswig-Holsteinischen Bank in Altona ernannt wurde. Zuletzt lebte er bei seinem Schwiegersohn Friedrich Perthes in Hamburg, wo er 21. Jan. 1815 starb. C. ist einer der originellsten deutschen Schriftsteller. Seine Schriften zeichnen sich aus durch kräftigen Humor, schlichte Innigkeit und Treuherzigkeit. Für die Erweckung eines nationaldeutschen Sinnes hat C. viel gethan, namentlich durch seine Lieder, unter denen manche, wie Stimmt an mit hellem hohen Klango, Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becherv, Der Mond ist aufgegangenv, «War einst ein Riese Goliatho, zu Volksliedern geworden sind. Gegen Ende seines Lebens gewann eine Neigung zur Mystik mehr und mehr in ihm die Oberhand. Seine Werke, ißt, sind unter K aufzusuchen. welche in bunter Reihe Gedichte und prosaische Aufsätze enthalten, die zum großen Teil ursprünglich in Zeitschriften, namentlich in dem Wandsbecker Botend, zuerst veroffentlicht waren, erschienen unter dem Titel „Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Botenv (8 Bde., Hamb. 1775—1812; 11. Aufl., 2 Bde., en ans Ninen von Redlich, Gotha 1882). Auswahen aus seinen Werken gaben Trompetter (Gütersloh 1882) und Gerok (Gotha 1882). Vgl. ———7 „Matthias C., der Wandsbecker Botev (Gotha 1857; 4. Aufl. 1878); Kahle, Claudius und Hebelv (Berl. 1864); Mönckeberg, Matthias C.v (Hamb. Wert. Röseier „Matthias C. und sein Humor v (Berl. 1873); Redlich, (Ungedruckte Jugendbriefe des Wandsbecker Boten » (Hamb. 1881).