FeedCyrillus Lukaris
ReligionBrockhaus 1882

Cyrillus Lukaris, Patriarch von Konstantinopel, bekannt durch seine Hinneigung zur reform. Lehre, ar Motedig 1572 auf Kreta geboren, studierte zu Venedig und Padua, hielt sich längere Zeit in der reform. Schweiz auf, besonders in Genf, sowie in Litauen, wo er als Rektor der Schule zu Ostrog vorstand. In die Heimat zurückgekehrt, ward C. 1602 zum Patriarchen von Alexandria, 1621 zum Patriarchen von Konstantinopel seine Beziehungen zum Abendlande, und verfolgte ohne Schwanken das Ziel einer Erneuerung der griech. Kirche durch möglichste Annäherung an die reform. Lehre. Deshalb ließ er zu Genf 1629 in lat., 1633 in griech. Sprache sein Glaubensbekenntnis drucken, in dem die wichtigsten Lehren der reform. Kirche Arrehunden al waren. C. jedoch stand mit seinen Bestrebungen allein; von den verschiedensten Seiten angefeindet, viermal seines Amtes entsetzt, ward er 1638 als Landesverräter vom Sultan Murad gefangen genommen, erwürgt und seine Leiche ins Meer geworfen. Nach seinem Tode hat die griech. Kirche sich auf mehrern Synoden gegen die Ketzereien des C. ausgesprochen und sich immer mehr dem starrsten Traditionalismus zugewandt. Vgl. Pichler, «Der Patriarch C. Lukaris und seine Zeito (Münch. 1862).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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