FeedDesfontaines 409„ Ronen 1 Guyot)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Desfontaines 409„ Ronen 1 Guyot), franz. Litterarhistoriker, geb. zu Rouen 1685, wurde in seinem 15. Jahre in den Jesuitenorden aufgenommen und durch diesen zum Professor der Rhetorik zu Bourges befördert. In seinem 30. Jahre verließ er den Orden, um sich ganz der Litteratur zu widmen. Wegen eines entehrenden Vergehens in Bicétre eingesperrt, wurde er durch Voltaires Einfluß zwar freigelassen, jedoch aus Paris verwiesen. Erst 1731 erlaubte man ihm die Rückkehr. Mit Voltaire geriet er, nachdem er denselben in seinen „(Observations sur les écrits moderneso (1735) getadelt, in Streitigkeiten, die, von beiden Seiten mit Heftigkeit und unter Schmähungen geführt, nicht en A dazu beitrugen, D. als Litterarhistoriker einen Namen zu schaffen. Wenn Voltaire hierbei die Lacher auf seine Seite I so befand er sich doch keineswegs im Rechte. Die Kritiken D. waren zwar streng, aber nicht ungerecht, wiewohl er sich sonst in kritischen Urteilen huted von Parteisucht leiten ließ. Viel Anteil hatte D. namentlich an dem von Voltaire mit besonderer Erbitterung angegriffenen Dictionnaire néologiquen (7. Aufl., Amsterd. u. Lpz. 1753), welches nicht ohne Erfolg die Reinheit der franz. Sprache in der Art, wie die roßen Schriftsteller des 17. Jahrh. sie ausgebildet atten, zu verteidigen unternahm. D. starb zu Paris 16. Dez. 1745.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 81Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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