Dessert (frz.) oder Nachtisch nennt man den aus Zuckerwerk, Früchten und verdauungsreizenden Speisen, z. B. Käse, bestehenden Schluß eines Gastmahls. Aufsätze, Blumen, Konfitüren, Früchte veräber diesem Nachmahl einen eigenen Reiz; dasselbe wird auf kleinen Tellern, Desserttellern, serviert, und Dessertweine werden dazu gegeben. In Deutschland ist es Gebrauch, zum B. süße ausländische Weine, z. B. Champagner, Muskat, Tokayer u. s. w., P0 geben. In England trinkt man zum Nachtisch Portwein, Sherry und Claret (franz. Rotwein), in Frankreich alte feine Bordeauxweine oder Burgunder. Das D. entspricht dem alten Bankett (franz. banquet), welches ursprünglich gleichfalls bloß den Nachtisch, nicht die ganze Mahlzeit bedeutete. Es bestand aus Früchten und Zuckerwerk, und man lud zu demselben, nicht zum vorausgehenden Mahl, meistens nur diejenigen ein, denen man besondere Achtung erweisen wollte. War die eigentliche Mahlzeit vorbei, so stand die Gesellschaft auf und genoß in einem andern Zimmer das Bankett. Dieser Gebrauch hat sich in England noch teilweise erhalten und in Frankreich dem Namen D. (d. h. Verlassen des Eßtisches) Entstehung gegeben.