FeedDiopterlineal
TechnikBrockhaus 1882

Diopterlineal ist ein Lineal (s. A B auf nachstehender Fig. 1) aus Messing zur Verzeichnung von Richtungen und Winkeln auf dem Meßtisch. Es ist 6 mi dick, 5 em breit und 60—70 em lang. Gegen jedes Ende hin trägt das Lineal eine gegen die Längskanten senkrecht gerichtete Messingplatte (0D, EE) mit Offnungen zum Durchsehen. Es sind dies die Diopter, mittels deren man das Lineal auf bestimmte Fernpunkte, Signale u. dgl. einvisiert. In die eine Platte ist ein kleines rundes Loch, oder, wie in der Figur, eine ganz feine Spalte ab geschnitten, in die andere ein etwas breiterer Spalt (a“ b/), in welchen von oben nach unten ein dünnes Haar parallel mit den Rändern gespannt ist. Die engere Spalte ist beim Visieren dem Auge, der Spalt mit dem Haar dem Gegenstande (Objekt) zugewendet, daher heißt erstere Oku lardiopter, dieser Objektivdiopter. Man bringt i Otalar- wie die Figur zeigt, in jeder Platte ein Olular- und ein Obiektivdiopter an, in der einen ist jenes oberhalb, dieses unterhalb, in der andern umgekehrt, das Objektivdiopter oberhalb, das Okulardiopter unterhalb, um 7˙55 in entgegengesetzter Richtung visieren zu können ückwärtsvisur). Dem Okulardiopter a b in der Platte CD Oiulandio das Objektivdiopter ab, in EF, dem Okulardiopter chd in EF das Objektivdiopter od in CD. Legt man das D. auf das mittels der Libelle horizontal gestellte Meßtischblatt und sieht durch das Otulardiopter nach dem Haar, so kann man durch Drehung des Lineals jedes ferne Objekt in die Sehlinie bringen und die m Meze durch eine auf dem mit Papier bespannten Meßtischblatt längs der Kante des Lineals gezogenen Bleilinie festlegen. Zu diesem Zweck ist die rechte Kante des Lineals abgeschrägt wie mi, und, um Spiegelung, die das Auge blenden würde, zu vermeiden, matt versilbert. Die Versilberung schützt das Metall zugleich vor Oxrydation. Da von demselben Punkte aus, über welchem sich das Auge befindet, mehrere Objekte nacheinander anvisiert werden, muß der Ausgangspunkt dieser Richtungen auf dem Papier (dem Zeichenplane) genau verzeichnet sein und das Linegl darf sich bei der Wendung aus einer dieser Richtungen in die andere immer nur um diesen festen Punkt drehen. Um diese Operation zu erleichtern, Hart man in diesem Punkte eine Stahlnadel mit tarkem Kopf in das Meßtischblatt und legt das Lineal beim Richten scharf gegen die Nadel an. Um die zu ziehende Bleilinie genau in die Ebene der Diopter zu bringen, wird das Lineal so ausgeschnitten, wie vorstehende Fig. 2 zeigt, sodaß die zurücktretende Gerade genau in die genannte Ebene zu liegen kommt. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 375Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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