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ErdkundeBrockhaus 1882

Dnjeprowsk (Werchne⸗ oder Ober-D.), Kreisstadt im russ. Gouvernement Jekaterinoslaw, rechts am Dnjepr, hat zwei griech. Kirchen und ein kaiserl. Salzmagazin und zählt (1880) 4077 C. — D. ist auch der frühere Name der Stadt Aleschki (s. d.). Dujeprsteppe, die Steppe des Dnjepr, almins sich von dem südl. Bug bis an den Fluß Kalmins in der Richtung von W. nach O., und von den Grenzen der Gouvernements Kiew und Poltawa bis an das Schwarze und Asowsche Meer von N. nach S., die Halbinsel Krim mit eingeschlossen, sodaß die Gouvernements Jekaterinoslaw, ein Teil des Gouvernements Cherson und Taurien in ihrem Bereiche gelegen sind. Die D. bildet zum größern Teil kein Niederungsland, sondern ein Plateau, das am Schwarzen Meere mit kalkigen oder thonigen Uferwänden von einer Höhe von 39 m sich erhebt, nach N. hin allmählich ansteigt und im Gouvernement Jekaterinoslaw an einigen Stellen seine größte Erhebung von 98 meerreicht. Die Unterlage ist im N. Kreide, im S. Granit. Der südöstl. Teil der D., also am linken Ufer des Dnjepr, welcher das Festland des Gouvernements Taurien bildet und den Namen No gaische Steppe trägt, zeigt eine weit geringere Bodenerhebung und bildet in der That eine Tiefebene, die sich zum Faulen und Asowschen Meere in südöstl. Richtung senkt, ohne daß man von den Ufern aus eine Steigung mit dem bloßen Auge wahrnehmen könnte. Die Steppe der Krim bildet dagegen wieder ein Plateau, dessen Ufer sich im N. am Toten und Faulen Meere senkrecht in einer Höhe von 10—15 m erheben, worauf der Boden nach S. zu bis an das Jailagebirge beständig ansteigt. Die bedeutendsten Flüsse der D. sind im W. der Basawruk, der Ingulez (rechte Nebenflüsse des Dnijepr) und der südl. Bug mit dem Ingul; im O. der Orel, die Samara mit der Woltschja (linke Nebenflüsse des Dnjepr), der Kalmins und die Molotschnja (ins Asowsche Meer); in der Krimsteppe der Salgyr (ins Faule Meer) und die Alma (ins Schwarze Meer). ö Die Oberfläche der D. besteht in den Gouvernements Jekaterinoslaw, Cherson und in den nördl. Teilen der Nogaiensteppe aus fruchtbarer schwarzer Erde, die für den Ackerbau vorzüglich geeignet ist. Der Boden stellt aber keine vollständige Ebene dar, sondern ist schwach wellenförmig, wird von zahllosen, breiten und tiefen Schluchten durchfurcht und zwar so, daß diejenigen von geringern Dimensionen immer in die größern münden, ähnlich einem Flußsysteme. Doch sind diese Schluchten, welche Balki enannt werden, meist trocken und führen nur im Frühling bei der Schneeschmelze Wasser. Die Nogaiensteppe, die in ihren nördl. Teilen selbst durchschnittlich nicht über 15 meansteigt, besteht im wesentlichsten aus Thonboden, zum Teil mit Salzgehalt, der nach S. hin zunimmt; am Faulen Meere sind die ganz flachen Ufer sogar mit einer dicken Salzkruste, gleich einer Eisschicht, überzogen, bisweilen liegt das Salz in einer lockern Schicht am Boden und gleicht selbst in geringer Entfernung dann vollkommen einer frisch gefallenen Schneemasse. Ostlicher, am Asowschen Meere, ist die Nogaiensteppe ebenfalls stark von Schllichten durchfurcht, und zwar in der Richtung der Molotschnja, also von N. nach S., es steigt hier nämlich der Boden mit der Annäherung zum Don wieder an. Wo die D. aus schwarzer Erde oder salzlosem Thon besteht, weist dieselbe eine üppige Pflanzenwelt auf, die ihre Hauptvertreter in den Gräsern hat; doch kommen zahlreiche Kräuter vor, zu welchen sich auch Zwiebelgewächse; wie Schneeglöckchen, Tulpen, Hyazinthen, Scilla, Krokus u. a. gesellen. Den Salzboden charakterisieren Salsola und Salicorniaarten, auch ! Distelarten, die große Flächen bedecken. Sehr Lande bedeckt ein und dieselbe Pflanze weithin das and, und es wechseln gelbe, blaue, rote u. s. w. Ilecke miteinander ab. Bei der großen Dürre des ommers erscheint die Steppe nur im Zustande der Verkümmerung, da die meisten Pflanzen der Trockenheit nicht widerstehen können; im Frühling f hingegen entfaltet sie ihre ganze Pracht. Obgleich Baumlosigkeit die Inden überhaupt kennzeichnet, [ so treten in der D. in den größern Flußthälern wenigstens doch Wälder, wenn auch nur von geringen r Dimensionen, auf. Dieselben bestehen ausschließ-e lich aus Laubhölzern, wie: Fichten, Ulmen, Birken, Schwarzpappeln und Eschen. Während im Gou-1 vernement Jekaterinoslaw und Cherson neben einem sehr bedeutenden Ackerbau eine nicht minder ausgedehnte Viehzucht getrieben wird, eignet sich die Nogaische Steppe nur zur Viehzucht. Dujestr, bei den Alten Tyras oder Da-5 nastris, türk. Turla, einer der größern Ströme r des europ. Rußland, entspringt in Galizien, am ! Nordabhange der Karpaten, hat eine Länge von éun 1040 kmuund ergießt sich in das Schwarze Meer, nachdem er zuvor zwischen Akjerman und Ovidiopol 2 einen außerordentlich fischreichen Liman gebildet fei Der Lauf des D. ist voller Krümmungen und eine Strömung selbst bei niederm Wasserstande sehr reißend, seine größte Tiefe 5 m, sein Stromgebiet umfaßt 76 860 akm. Die Menge der Steine, mit denen bu Bett bedeckt ist, erschwert die Schifffahrt auf ihm, besonders unterhalb Jampol, wo sich — — Granitmassen aus dem Strombette erheen, die sog. Jampolschen Porogi oder Stromschnellen, durch welche ein Kanal gehauen ist, der kleinern Fahrzeugen die Durchfahrt ermöglicht. Die in ihm am häufigsten vorkommenden Fische sind Karpfen, Lachs und Stör; sein bedeutendster Nebenfluß ist der Stry. Seit 1840 wird der D. auch von Dampfschiffen befahren. „Doab, die dem Sanskrit angehörende, in Vorderindien gebräuchliche Benennung für das zwischen zwei ineinanderfließenden Flüssen, oberhalb' der Stelle ihres Zusammenflusses, gelegene Land. Vorzugsweise und hauptsächlich aber findet dieser Ausdruck seine Anwendung auf die Landzungen, welche in der angloind. Lieutenant-Gouverneurschaft Pandschab von dem Flusse Satladsch und den Nebenflüssen desselben, welche von ihm dem Indus zugeführt werden, gelegen sind. Von den Nebenflüssen des Satladsch, diesem letztern und dem Indus werden, in ihrer Reihenfolge von O. nach W., die folgenden Di.s gebildet: 1) das D. von Dschalandar zwischen dem Satladsch und dem Bias; 2) das D. von Bari zwischen dem Bias und dem Gara östlich und dem Rawi westlich; 3) das D. von Rechna zwischen dem Rawi im O. und dem Tschinab im W.; 4) das D. von Jetsch, zwischen dem Tschinab im O. und dem Dschihlam im W.; 5) das D. von Sinde Sagur, zwischen dem Dschihlam, dem Trinab oder Tschinab und dem Panschand im O. und dem Indus im W. Von diesen Dis ist das von Sinde Sagar das umfangreichste, das von Bari aber bei weitem wichtigste und am stärksten bevölkerte. In ihm sind die großen und wichtigen Städte Lahore, Amritsar und Multan gelegen. Außer diesen D.s im Pandschab ist das am meisten und häufigsten genannte das zwischen dem Ganges und der Dschamna gelegene, sich von W. gegen O. bis zur Einmündung der letztern in den erstern erstreckende Terrain.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 411Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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