FeedDöbereiner (Joh. Wolfgang)
NaturlehreBrockhaus 1882

Döbereiner (Joh. Wolfgang), verdienter deutscher Chemiker, geb. 15. Dez. 1780 auf Rittergut Bug bei Hof, erlernte seit 1795 zu Münchberg die Harlsrule und beschäftigte sich dann seit 1799 zu arlsruhe mit der 0 ün seinen Muß Praxis. Zugleich widmete er sich in seinen Mußestunden eifrig philos., botan., mineralog. und vor allem chem. Studien. Auf Veranlassung seiner Verwandten begründete er zwar 1803 in seiner Heimat eine chem.⸗ technische Fabrik, mußte dieselbe aber nach zwei Jahren wieder aufgeben. Er lebte hierauf ausschließlich chem. Studien und Arbeiten, bis er 1810 einem Rufe als Professor der Chemie, Pharmacie und Technologie nach Jena Folge leistete. In dieser Stellung wirkte er bis zu seinem Tode, welcher am 24. März 1849 erfolgte. Unter seinen vielfachen Entdeckungen erregte die der Entzündlichkeit des Wasserstoffs durch Platinschwamm und die Anwendung hiervon zur Kon-Uurteher der Platinfeuerzeuge u. dgl. das meiste ufsehen. Seine ältern Entdeckungen sind größtenteils in Gehlens Journal der Chemie, Physik und Mineralogies, die neuern in Schweiggers Journal für Chemie und Physiko, im Archiv der Pharmacied und in selbständigen Schriften enthalten, unter denen die (Zur pneumat. Chemies (5 Bde., Jena 1821— 25), 4„Zur Gärungschemien (Jena 1822; 2. Aufl. 1844), «über neuentdeckte, höchst merkwürdige Eigenschaften des Platins u. s. w. » (Jena 1824), „Beiträge zur physik. Chemier (Heft I—3, Jena 1824— 36) und „Zur Chemie des Platinso (Stuttg. 1836) die vorzüglichsten sind. Auch seine Lehrbücher der Chemie waren ihrer Zeit geschätzt. Bald nach Übernahme seines Lehramts in Jena trat D. in nähere Beziehungen zu dem Großherzog Karl August von Weimar und zu Goethe, wie deren Briefe huausg. von Schade, Weim. 1856) an D. bekunden. Mit seinem Sohne, Franz D., der sich unter anderm durch eine «KKameralchemiey (Dess. 1851) litterarisch bekannt gemacht, gab er ein «Deutsches Apothekerbuche (3 Bde., Stuttg. 1840—55) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 414Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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