FeedDonnerlegion (Legio fulminatrix)
GeschichteBrockhaus 1882

Donnerlegion (Legio fulminatrix), der auf einer sagenhaften Überlieferung beruhende Name der 12. röm. Legion. Historisch begründet ist nur die Angabe, daß eine röm., in Syrien stehende Legion, die 12., schon unter Augustus den Beinamen Fulminatas, nicht Fulminatrix, erhielt. Die christl. Sage aber leitet den Namen von folgender Begebenheit her. Als der Kaiser Marc Aurel 174 im Kriege gegen die Markomannen und Quaden im Gebiete der letztern (in der Gegend des heutigen Gran) in Ungarn eingeschlossen und sein Heer durch die Hitze erschöpft war, fiel plötzlich ein Regen, der die Römer erquickte, während ein Hagel⸗ und Donnerwetter die Feinde traf, die nun besiegt wurden. Die heidnischen wie die christl. Schriftsteller erzählen diese Begebenheit den Hauptumständen nach übereinstimmend. Nach den erstern aber soll entweder ein ägypt. Zauberer im Gefolge des Kaisers oder das et des Kaisers selbst, nach den christl. Schrift310 12 allein das Gebet der Christen, aus welchen ie 12. Legion bestand, die Rettung des Heers bewirkt haben. Das gewöhnlich der ersten «Apologier des Märtyrers Justinus beigedruckte griech. Schreiben des Kaisers Marc Aurel, welches die Begebenheit im Sinne der christl. Schriftsteller erzählt, ist unecht. Auf der zu Rom noch vorhandenen Marmorsäule zu Ehren des Mare Aurel ist jene Rettung des röm. Heers abgebildet. Man sieht dort Jupiter Pluvius, d. h. Jupiter als regenspendenden Gott dargestellt, wie er den Römern den erquickenden walti gewährt, r hern er auf ihre Feinde ein gewaltiges Unwetter herabsendet. Donnermaschine, Vorrichtung zur Hervorbringung eines donnerähnlichen Geräusches auf der Bühne, schon den Alten bekannt und von ihnen Bronteum genannt. Solcher Vorrichtungen gibt es sehr verschiedene; die gebräuchlichste, um das Rollen des Donners nachzuahmen, besteht in einem großen paukenähnlichen Gestell, auf dem sich ein straff gespanntes Eselsfell befindet, das entsprechend mit Doppelschlägern bearbeitet wird. Das den Einschlag anzeigende Krachen wird hervorgebracht, indem man Kieselsteine, Gußstücke u. dgl. in einem innen mit Querleisten benagelten Holzschlauch herabrollen läßt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 474Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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