Doppelfalze nennt man diejenigen Salze, in denen mindestens zwei Wasserstoffatome der vorhandenen Säuren durch Atome verschiedener Metalle ersetzt sind. Bei einbasischen Säuren, welche nur ein vertretbares Atom Wasserstoff enthalten, lassen sich die Doppelsalze nur von zwei oder mehrern Molekülen der Säure ableiten, so . B. das Cyansilberkalium AgK(CN) von zwei Molekülen Cyanwasserstoffsäure IICN, in der das eine Atom Wasserstoff durch Silber, das andere durch Kalium ersetzt ist; ferner das Chlormagnesiumkalium KMgol; von drei Molekülen Chlorwasserstoffsäure, in denen ein Wasserstoffatom durch Kalium und zwei Wasserstoffatome durch das zweiwertige Magnesium vertreten sind. Da aber bei der Vertretung eines Wasserstoffatoms in einer einbasischen Säure stets eine gesättigte Verbindung entsteht, so bilden die Moleküle dieser Salze Verbindungen von zwei Molekülen unter sich. Das Cyansilberkalium ist demnach als Cyansilber-Cyankalium Ag(CN). KlCN), das Chlormagnesiumkalium als Chlormagnesiumchlorkalium NgCl. KCl zu betrachten. Bei den Häuten Ditden welche die zwei⸗ und mehrbasischen Säuren bilden, kann man ebenfalls die Gegenwart von zwei gesättigten Salzen im Molekül annehmen; man ist aber zu dieser Annahme nicht, wie bei den einbasischen Säuren, gezwungen, da die Salze sich auch auf andere Weise erklären lassen. Das von der zweibasischen Weinsäure CHe Os sich ableitende weinsaure Kalinatron CI KNaO kann als Verbindung von weinsaurem Kali C.H. K. O, und weinsaurem Natron C. I Na, Os betrachtet werden, in welchem Falle allerdings die Zahlen seiner Formel verdoppelt werden müßten, es kann aber — . die Weinsäure bezogen werden, indem man ein Wasserstoffatom durch Kalium, ein anderes durch Natrium vertreten läßt; ferner das schwefelsaure Eisenoxydulammonium FelNH) (S0,2 kann aus je einem Molekül schwefelsauremEisenoxydulFelS0.) und einem Molekül schwefelsaurem Ammonium (NH.)2 (S0,) bestehen, man kann es aber auch von zwei Molekülen Schwefelsäure ableiten, indem man annimmt, daß das hier zweiwertig wirkende Eisenatom zwei Wasserstoffatome in zwei verschiedenen Schwefelsäuremolekülen ersetzt, während das zweite Wasserstoffatom in den beiden verschiedenen Schwefelsäuremolekülen durch Ammonium vertreten ist; hiernach würde das Salz sein: Fe S0.-Ml Auf anz gleiche Weise lassen sich die Alaune erklären. Der Kalithonerdealaun ist entweder eine molekulare Verbindung von schwefelsaurem Kali und schwefelsaurer Thonerde K(80) Al (S0J)3, oder aber in wei verschiedenen, von vier vorhandenen, Schwefelsäuremolekülen ist je ein Wasserstoffatom durch ein Kaliumatom vertreten, während sechs Wasserstoffatome durch die sechswertig wirkende Atomgruppe Ala ersetzt sind; hun 6 der Alaun sein: