FeedDücker (Karl Gustav, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Dücker (Karl Gustav, Graf), schwed. Feldmarschall, geb. 1663 in Livland, diente als Kadett in Frankreich, wo er bis zum Major avancierte und an sieben Belagerungen und zwei großen Schlachten teilnahm. Als aber der große Nordische Krieg ausbrach, trat D. als Generaladjutant des Königs Karl XII. in schwed. Dienste, machte die Schlacht bei Narwa 1700 mit, wo er an des Königs Seite verwundet wurde, ging mit ihm 1701 über die Düna nach Polen, kämpfte 1702 glücklich bei Krakau, 1704 bei der Eroberung von Lemberg und Kalisch und schlug 1706 bei Wilna die Russen unter General Bauer in die Flucht. Hier befreite er auch eine Nonne, Theodora Oginski, aus einem Kloster und verheiratete sich 1707 mit derselben. Nachdem D. Karl XII. fast auf allen seinen Kriegszügen begleitet hatte, wurde er 1719 als Feldmarschall in den Grafenstand erhoben. Als solcher wurde er bald darauf der letzte schwed. Generalgouverneur von Livland und starb als Präsident des Kriegskollegiums in dendd am 3. Juli 1732. Seine Leiche wurde in der Ridderholms 1191 dem schwed. Pantheon, beigesetzt. Vgl. Ranft, Lebensgeschichte der vier schwed. Feldmarschälle Rehnschild, Steenbock, Meyerfeld und D.» (Lpz. 1753).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 612Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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