Duval (Valentin), ein durch seinen Bildungsgang merkwürdiger Gelehrter, geb. 12. Jan. 1695 als Sohn eines armen Bauern zu Artonay in der Champagne, hieß eigentlich Jameray und wurde, nachdem er in seinem 10. J. verwaist, von dem Bewohner einer Einsiedelei aufgenommen, bei dem er lesen lernte. Hierauf trat er zu Ste.⸗ Anne bei Luneville in den Dienst von vier Eremiten, die ihm ihre Kühe zur Hut übergaben. Einige Bände der Blauen Bibliotheko waren hier seine Lektüre; zugleich lernte er ohne Anweisung schreiben, und ein Abriß der Arithmetik, der in seine Hände fiel, leitete ihn zuerst auf ernstere Studien. Durch Zufall fanden ihn die jungen Prinzen von Lothringen, die ihn in den Stand setzten, seine Studien bei den Jesuiten zu Pont-a-Mousson fortzusetzen. In kurzer Zeit machte er solche Fortschritte, daß der Herzog Leopold 1718 ihn mit sich nach Paris nahm. Nach seiner Rückkehr ernannte ihn Leopold zu seinem Bibliothekar und zum Professor der Geschichte an der Ritterakademie zu Lunéville. Diese Stelle und der Unterricht, den er dort studierenden Engländern erteilte, verschafften ihm die Mittel, seine alte Einsiedelei von Ste.Anne neu aufbauen zu lassen. Als Lothringen an Frankreich abgetreten worden war, ging er mit der dorthin geschafften herzogl. Bibliothek nach Florenz, wo er ieher Jahre Wohnte. Kaiser FranzI. rief ihn als Vorsteher der Münz⸗ und Medaillensammlung nach Wien, wo er 13. Sept. 1775 starb. Seine 4Oeuvres wurden von Koch (2Bde., Straßb. 1784) herausgegeben. Vgl. Kaiser, Leben D.sv (2. Aufl., Nürnb. 1788), zum Teil aus Dis eigener Handschrift bearbeitet.