Eichstädt (Heinr. Karl Abraham), ein als vorzüglicher Latinist bekannter 11763.86 geb. 8. Aug. 1772 zu Oschatz, besuchte seit 1783 Schulpforte und bezog 1787 die Universität zu Leipzig, wo er sich besonders unter Morus der Theologie widmete, zugleich aber die humanistischen Studien eifrigst betrieb, in denen Platner, Christ, Beck und Reiz seine ner Habilier Lehrer waren. Nachdem er Prr 1793 sich habilitiert und 1795 zum außerord. Professor der Philosophie ernannt worden, ging er 1797 auf Veranlassung des Hofrats Schütz nach Jena, wo er an der Redaction der Allgemeinen Litteraturzeitunge teilnahm. Nach Walchs Tode wurde er daselbst Direktor der Lateinischen Gesellschaft, die ihm ihre neue Organisation verdankt, und nach dem Abgange von Schütz 1803 ord. Professor der Beredsamkeit und Dichtkunst. Noch in demselben Jahre begann er die neue Jenaische allgemeine Litteraturitunge, die unter seiner Leitung und Goethes lebhafter Mitwirkung durch Gründlichkeit und Gediegenheit der Recensionen sich auszeichnete, erhielt 1804 die Stelle eines Oberbibliothekars bei der Universität und 1809 den Charakter eines Geh. Hofrats und starb 4. März 1848. C.s Hauptwerke sind teils Ausgaben von Klassikern, die aber unvollendet blieben, wie von Diodorus Siculus (2Bde., Halle 1800—2), von Lucrez (Bd. 1, Lpz. 1801), teils kritische Abhandlungen und Untersuchungen, z. B. über Theokrit, Tibull, Horaz, Phädrus u. s. w., teils Übersetzungen histor. Werke, die sich auf das ½ röm. Altertum beziehen, unter andern von Mitfords 4Geschichte Griechenlandso» (6 Bde., Lpz. 1802—8). CE. war auch im hohen Grade Meister der Form; in Deutschland wie im Ausland hat er sich den Ruf eines der besten lat. Stilisten erworben. Beweise dafür bieten mehrere seiner Gedächtnisschriften auf Zeitgenossen, wie z. B. die ⸗Oratio Goethii memoriae dicatah (Jena 1832). Eine von E. begonnene Sammlung seiner 40puscula oratoria (Jena 1848—49) wurde von Weißenborn beendigt. Vgl. „Goethes Briefe an E.» (herausg. von W. Freiherrn von Biedermann, Berl. 1872).