Elisabeth, Kaiserin von Rußland, die Tochter Peters d. Gr. und Katharinas I., geb. 29. Dez. 1709, war von ihrer Mutter zur Wehen Tode Peters II. bestimmt, sah es aber nach dessen Tode mit der stumpfen Gleichgültigkeit, die Wesen ausmachte, an, daß die Herzogin von Kurland, Anna Iwanowna (s. d.), sich der Regierung bemächtigte und 1740 den Prinzen Iwan unter der Regentschaft seiner Mutter Anna Karlowna (s. d.). zum Nachfolger ernannte. Erst der Sturz Birons durch Münnich (f. d.) brachte sie dazu, ihre Thronrechte Zerhe zu machen. Doch war sie auch jetzt nur das Werkzeug ihrer Helfer, zunächst besonders ihres Wundarztes Lestocg und des franz. Gesandten Marquis de la Chetardie, dem viel daran lag, Rußland im Innern zu beschäftigen, damit es bei kriege verhindert würde, für Maria Theresia artei zu ergreifen. In der Nacht vom 5. zum 6. Dez. 1741 wurde die Regentin nebst ihrem Gemahl verhaftet, der junge Iwan (s. d.) nach Schlüsselburg gebracht, seine Anhänger nach Sibirien verbannt. La Chetardie wurde glänzend beschenkt, Lestocg erster Leibarzt, Präsident des Medizinalkollegiums und Geheimrat. Eine Reform der zuchtlosen Wirtschaft ward indessen durch diesen Regierungswechsel nicht herbeigeführt. Um sich auf dem Throne zu befestigen, hatte C. bereits 1742 den jungen Prinzen Karl Peter Ulrich, den Sohn ihrer ältern verstorbenen Schwester Anna, Herzo in von Holstein-Gottorp, nach Petersburg gerufen, Sie erklärte ihn unter dem Namen Peter bn ki. Sept ch zu ihrem Nachfolger und vermählte ihn (1. Sept. 1745) mit der Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst, die bei ihrem UÜbertritt zur russ. Kirche die Namen Katharina Alexjewna erhielt. Der Krieg mit Schweden wurde unter ihrer Regierung mit Glück fortgeführt und durch den Frieden zu Abo (s. d.) beendet. Eine Verschwörun gegen CE. durch Verwandte derer, welche sie na Sibirien geschickt hatte, wurde entdeckt, und die Verschworenen mußten nach Sibirien wandern. Trotz Frankreichs Gegenbemühungen ließ E. im Osterreichischen Erbfolgekriege zu Gunsten Maria Theresias eine Armee von 37000 Mann vorrücken, wodurch wenigstens der Abschluß des Aachener Friedens (1748) beschleunigt wurde. Gegen Friedrich II., von dem ihr manches scharfe Urteil über sie und ihren Hof hinterbracht wurde, hegte sie glühenden persönlichen Haß. Das war zwar nicht der Grund, aber mit ein Anlaß für ihre Haltung im Siebenjährigen Kriege, in dem sie als Verbündete Ssterreichs und Frankreichs auftrat. Doch vermochten die russ. Armeen, trotzdem sie in den Schlachten bei Großjägerndorf und bei Kunersdorf siegten, Berlin brändschatzten und Kolberg eroberten, eine Entscheidung nicht herbeizuführen. Noch vor dem Ende des Kriegs starb C. 5. Jan. 1762. Sie gründete die Universität zu Moskau, sowie die Akademie der schönen Künste zu Petersburg und hob 1753 die großruss. Binnenzölle, 1758 den kleinruss. Zoll auf. Nie wurden von den Nationalrussen die auch sie der german.⸗roman. Entwickelung zuführenden umwandelnden Grundsätze Peters d. Gr. mit anhaltenderm Erfolg mißachtet und, soviel an ihnen lag, möglichst zurückgedrängt, als unter der 20jährigen Herrschaft der aller politischen Thatkraft ermangelnden, in sinnlicher Genußsucht erschlafften Kaiserin C. Seit 1744 führte offiziell vornehmlich die Zügel der Regierung der zwar geschäftskundige, aber höchst bestechliche und intrigante, damals zum Großkanzler erhobene bisherige Vicekanzler Bestushew und neben ihm der zum Vicekanzler ernannte ehemalige Kammerherr Woronzow. Aber beide mußten auf die Günstlinge der Kaiserin, Alexei Rasumowfki und Iwan Schuwalow, die größte Rücksicht nehmen. Vgl. Pearsti, Der Marquis de la Elisabeth (Königin von Rumänien) Chetardiey (russisch, Petersb. 1862); Herrman, „Der russ. Hof unter Kaiserin E.v (Histor. Taschenbuche, 6. Folge, 1. Jahrg., Lpz. 1882). lisabeth (Amalie Eugenie), Kaiserin von Osterreich, geb. 24. Dez. 1837 sn München als Tochter des Herzogs Maximilian Joseph in Bayern, vermählt 24. April 1854 mit Kaiser Franz Joseph I. (s. d.) von Ssterreich, gekrönt als Königin von Ungarn 8. Juni 1867.