FeedL'Estocg (Joh. Herm., Graf von)
GeschichteBrockhaus 1882

L'Estocg (Joh. Herm., Graf von), Günstling der Kaiserin Elisabeth von Rußland, geb. 29. April 1692 zu Celle im Hannoverischen, war der Sohn eines franz. Refugie, lernte von seinem Vater, einem Barbier, die Wundarzneikunst und begab sich 1713 nach Petersburg, wo er als Wundarzt in die Dienste Peters d. Gr. trat, aber bald wegen leichtfertiger Streiche nach Kasan verbannt wurde. Katharina I. rief ihn nach Peters Tode zurück und ernannte ihn zum Wundarzt an dem Hofe ihrer Tochter Elisabeth, deren Erhebung zur Kaiserin wesentlich durch L.s Gewandtheit bewirkt wurde. Nachdem Elisabeth 5. Dez. 1741 den Thron bestiegen, ernannte sie L. zum Wirkl. Geheimrat, ersten Leibarzt und Direktor sämtlicher mediz. Anstalten; der König von Polen erhob ihn in den Grafenstand. Seinen Neidern gelang es jedoch, ihn der Kaiserin als strafbar darzustellen. So wurde er 1748 verhaftet und in die petersburger Festung gebracht, wo er durch die Folter gezwungen wurde, sich für schuldig zu bekennen. Er wurde nun 1753 aller und Güter beraubt und nach Uglitsch verbannt, wo er drei Jahre zubrachte, hierauf nach Ustjug-Welilij, wo er sechs Jahre unter Aufsicht lebte. Als Peter III. den Thron bestieg, wurde L. zurückberufen und erhielt seine Ehrenstellen wieder. Auch Katharina II. ließ ihm sein Einkommen, entfernte ihn aber von allen Geschäften. Er starb 23. Juni 1767.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 29Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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