FeedEpheésus (grch. Ephesos)
ErdkundeBrockhaus 1882

Epheésus (grch. Ephesos), Stadt im kleinasiat. Jonien an der Mündung des Flusses Kaystros, wurde zuerst von Karern und Lelegern bewohnt, dann nach der dorischen Wanderung von den Joniern unter Führung des Atheners Androklos in Besitz genommen. Durch ihren trefflichen Hafen (der freilich gegenwärtig vom Kaystros vollständig verschlammt ist) erhob sie sich bald zu Reichtum und Macht und nahm eine hervorragende Stelle im Bunde der 12 ion. Städte ein. Ursprünglich auf den Rücken und den nördl. Abhang des Berges Koressos beschränkt, breitete sie sich in der Zeit des lydischen Königs Krösus, 562 v. Chr. in der Niederung gegen Osten nach dem Hafen und dem Flusse zu weiter aus. Durch den König Lysimachos (zu Anfang des 3. Jahrh. v. Chr.) wurde auch der der Prian der ältern Stadt gelegene — Pion loder Prion) in die Befestigungswerke der Stadt aufgenommen und mit Gebäuden besetzt. Das berühmteste Bauwerk der Stadt war der Tempel der Ephesischen Artemis (einer ursprünglich ungriech. Göttin, die aber von den Griechen mit ihrer Artemis identifiziert wurde), der in der jetzt sumpfigen Niederung nordöstlich vom Berge Pion auf mächtigen Fundamenten errichtet war. Der etwa um 650 v. Chr. durch den Kreter Chersiphron aus Knossos begonnene, durch dessen Sohn Metagenes fortgeführte Bau wurde erst nach 120 Jahren durch Demetrios und Päonios von

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 215Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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