Ernst I. oder der Fromme, Herzog zu Sachx Bunhg und Altenburg, Stifter des gothaischen Gesamthauses, geb. 25. Dez. 1601 auf dem Schlosse zu Altenburg, als der neunte von zehn den Vater überlebenden Brüdern, deren jungster der Herzog Bernhard (s. d.) von Weimar war, erhielt nach dem frühzeitigen Tode seines Vaters, des Herzogs Joann von Weimar, von seiner Mutter Dorothea karia von Anhalt eine von dem Historiker des Schmalkaldischen Bundes, Friedrich Hortleder, geleitete treffliche Erziehung. Einer durch den Tod der Eltern und andere Trauerfälle viel getrübten Jugend folgten noch härtere Prüfungen, als E. bei dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs mit den Brüdern die gemeinsame Verwaltung des Landes übernahm. Seine streng prot. Gesinnung führte ihn nach Gustav Adolfs Ankunft in Deutschland in dessen Dienste, er wohnte den Belagerungen von Königshofen, Schweinfurt und Würzburg bei, kämpfte tapfer in der Schlacht am Lech, und focht nach einer schweren Krankheit, die er beim Durchschwimmen des Lechs bekommen hatte, mit Mut und Feldherrnblick in den Schlachten bei Nürnberg und Lützen, in welcher letztern er nach dem Falle Gustav Adolfs den Sieg über den mit einem neuen Korps anrückenden Pappenheim vollständig machte. Als hierauf sein Bruder Bernhard 1633 den Oberbefehl über das schwed. Heer erhielt, übertrug ihm dieser die Verwaltung seines Herzogtums Franken. Zwar begab E. sich bald darauf noch einmal unter seinem Bruder in den schwed. Kriegsdienst und half cuet Landshut in Bayern mit Sturm erobern; allein nach der Schlacht bei Nördlingen 26. Aug. 1634 zog er sich vom Kriegsschauplatz gänzlich zurück und trat hierauf 1635 dem Prager Frieden bei. —* folgenden Jahre vermählte er sich mit Elisaeth Puitien der Aend Tochter des —1 ogs Johann Philipp von Altenburg, und beschäftigte ich von nun an lediglich mit der Reorganisation eines durch den Krieg zerrütteten Landes. Nach seines Bruders Albert Tode 1644 fiel ihm die Hälfte des ürstentums Eisenach zu, und durch Friedrich Wilelms III., des letzten altenburgischen Herzogs, Abeben 1672 kam er in den Besitz der altenburgischen und coburgischen Länder, von denen er jedoch, da Weimar auf diese Erbschaft gleichfalls Ansprüche erhob, aus Liebe zum Frieden mittels eines 1672 zu Altenburg abgeschlossenen WOnrdeih einen Teil an dieses Haus abtrat. Er starb 26. März 1675. E. bewährte als ein eifriger Anhänger von Luthers Lehre eine ebenso stete und treue wie stren konfessionelle Fürsorge für alle Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten seines Landes, überwachte mit ängstlicher Sorgfalt die Erziehung seiner Kinder und leitete selbst deren religiöse Erbauung. Sein ganzes Bemühen ging dahin, die dem Lande durch den Krieg geshlagenen Wunden durch einen ealt geregelten, sparsamen, gerechten Staatshaushalt zu heilen; er erzielte damit segensreichste Erfolge. Lebre m machte er die Verbreitung der evang. ehre und die Sorge für deren Bekenner auch im Auslande zum Gegenstande seiner Thätigkeit wie sein Briefwechsel mit dem Zaren Alexei Michailowitsch zu Moskau über die Angelegenheiten der dortigen prot. Gemeinde, des Zaren dtutsc luh nach Gotha und die Stiftung einer deutsch-lut Gemeinde zu Genf beweisen. Wie sehr er si auch für allgemein christl. Angelegenheiten interessierte, eigen die Anwesenheit des Abtes Gregorius aus bessinien an seinem Hofe, seine Teilnahme fur den Religionszustand in jenem Lande, seine Briefe an den König von Athiopien, die Sendung Joh. Mich. Wanslebs aus Erfurt nach Abessinien und die Briefe des Patriarchen von Alexandria an ihn. Seiner Ehe mit Elisabeth Sophia aus dem Altenburgischen Hause entsprossen 18 Kinder, von denen ihn 7 Prinzen und 2 Prinzessinnen überlebten. Vgl. Gelbke, «Historisch aktenmäßige Darstellung des Lebens E.s des Frommenv (3 Bde., Gotha 1810); Klaunig und Schneider, «E., Herzog zu Sachsen-Gotha, nach seinem Leben und Wirken⸗ CEpz 1858); Beck, E. der Frommer (2 Bde. Weimar 1865).