Erzpriester oder Archipresbyter hießen ursprünglich diejenigen Priester (Presbyter), welche einen Vorrang über die übrigen Priester einer Kirche behäupteten und Gehilfen des Bischofs in dessen gottesdienstlichen Funktionen waren. Gegenwärtig führen in der kath. Kirche diesen Namen die Pfarrer an Taufkirchen, welche eine Riuchon Aufsicht über die Pfarrer an den kleinern Kirchen (Oratorien) und deren Kirchenvermögen führen. Sie heißen auch Landdechanten (decani rurales) und stehen unter den bischöfl. Generalvikaren, an welche jetzt ihre ehemaligen Funktionen zum größten Teil übergegangen sind.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 345Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei