Eugen IV., aus einer Kaufmannsfamilie Venedigs stammend hieß eigentlich Gabriel Condolmieri, war seit 1408 Bischof von Siena und Kardinal und Papst vom 3. März 1431 bis 23. Febr. 1447, ein frommer und sittenstrenger Mann, aber ohne die nötige polit. Klugheit und Festigkeit des Willens, um in so schwierigen Zeiten die Kirche zu leiten. Die Verwandten seines Vorgängers, die mächtigen Colonnas, reizte er zu offener Auflehnung, woraus ein Bürgerkrieg hervorging, der E. zur Flucht nach Florenz zwang. Das Baseler Konzil, 23. Juli 1431 eröffnet, sprach die Absetzung über ihn aus und wählte Felix V. zum Papst, doch gelang es E. durch Verlegung des Konzils nach Ferrara und von da nach Florenz (1437) und durch kluge Unterhandlungen mit den einzelnen Fürsten seine Stellung und Gewalt zu behaupten. In König Sigismund atte er einen mächtigen Freund, aber dessen Nacholger Albrecht II. (seit 1438) ließ es geschehen, 56 in Deutschland durch die Acceptationsurkunde (26. März 1439) die Beschlüsse des Baseler Konzils angenommen wurden. Erst unter Heimschr III. Ane 1440) gelang es dem päpstl. Geheimschreiber neas Sylvius (später Papst Pius II.), durch geschickte Unterhandlungen die deutschen Fürsten für C. zu gewinnen. Dieser mußte freilich weitgehende Versprechungen machen, er verpflichtete sich, die Dekrete des Konstanzer Konzils über die Würde eines allgemeinen Konzils zu bestätigen, den Beschwerden der deutschen Nation abzuhelfen, die abgesetzten Erzbischöfe von Köln und Trier zu restituieren, die während des Baseler Konzils in Deutschland erfolgten Verleihungen kirchlicher Amter zu bestätigen, aber fast gleichzeitig erklärte er in einer Bulle vom 6. Febr. 1447 alle Zugeständnisse für ungültig, welche dem päpstl. Stuhl nachteilig werden könnten oder gegen die Lehre der Väter stritten.