Friedland hieß das Herzogtum in Böhmen, welches einst Albrecht von Wallenstein (s. d.) besaß. Nachdem dieser teils durch das Vermächtnis eines reichen Oheims, der ihm 14 Güter und Herrschaften hinterließ, teils durch den aus dem Vermögen seiner ersten Gemahlin in den J. 1621—23 gemachten Ankauf von mehr als für 7 Mill. Fl. infolge der Unterwerfung Böhmens konfiszierter Güter, die an Wert —7 20 Mill. Fl. betrugen, einen bedeutenden Komplex von Grundbesitzungen und Ländereien erworben, wurde er für seine beteit den Kaiser Ferdinand II. bewiesene Anhänglichkeit 1623 von diesem zum Reichsfürsten und Herzog von F. erhoben. Das Herzogtum F. umfaßte neun Städte, nämlich Friedland, Reichenberg, Arnau, Weißwasser, Münchengrätz, Böhmisch-Leipa, Turnau, Gitschin, Aicha, und 57 Schlösser und Dörfer. Die Bestandteile des Herzogtums lagen in verschiedenen Kreisen zerstreut. Zugleich hakte Wallenstein als Reichsfürst und Herzog von dem Kaiser die Lehnshoheit über die innerhalb des Herzogtums gelegenen Landgüter erhalten. Für die Verwaltung, Rechtspflege, Wiederherstellung der Kirchen und Schulen und Belebung der städtischen Gewerbe ö sorgte Wallenstein in seinem Herzogtum mit Umsicht und Eifer. 312 Friedland (in Mecklenburg) Die Stadt Friedland, von der das Herzogtum den Namen erhielt, liegt im Wittigthale an der Linie Pardubitz-Reichenberg-Seidenberg der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn, ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichts, eines Steueramts, eines Grenzinspektorats u. s. w. und Laheh. aus der 2n Mätern u mit aus dem 13. Jahrh. stammenden Mauern umgebenen Stadt und nunmehr mit derselben vereinigten drei Vorstädten. Der Ort zählt (1881) 4817 E., die mehrere größere, der Textilindustrie gewidmete Fabriletablisements unterhalten. Von den zwei Kirchen besitzt die Dekanatskirche aus dem 16. Jahrh. ein Altarblatt von Johann von Aachen und das prachtvolle Monument des Feldmarschalls Melch. von Rädern. Das weitläufige, durch seinen Bau, seine Rüstkammer und mancherlei Altertümer merkwürdige Schloß (1869 durch Graf Clam-Gallas umgestaltet und verschönert), in welchem sich übrigens Wallenstein nachweislich nur einmal aufhielt, liegt dicht südöstlich an der Stadt auf einem 354 m hohen und nur von einer Seite zugänglichen Basaltfelsen, 60 müber der Stadt. Dasselbe war ehemals sehr fest und spielte im Dreißigjährigen und Siebenjährigen Kriege mehrmals eine Rolle. Unter den im Rittersaale aufbewahrten Bildnissen sämtlicher Besitzer des Schlosses, namentlich der neuesten, der Grafen Clam-⸗Gallas, befindet sich auch ein 1626 gemaltes treues Originalgemälde Wallensteins, so- wie das seiner Tochter Maria Elisabeth. Vgl. Mikowec, Schloß F.»(Olmütz 1859).