Evangelische Gesellschaft heißt eine seit 1830 in Genf gegründete, bald aber über ganz Frankreich ausgedehnte Gesellschaft für Erhaltung und Verbreitung des Protestantismus. Dieselbe bezweckt ähnlich wie der deutsche Gustav-Adolf-Verein vorzugsweise die geistliche Pflege der in kath. Umgebung lebenden franz. Protestanten, die Herstellung und Erhaltung geordneter Gottesdienste und Gemeindeverbände, die Errichtung von Bethäusern und Schulen, die Verbreitung von Bibeln und Traktaten u. . w. Die Gesellschaft huldigt exklusiv orthodoxen Interessen und bekämpft den liberalen Protestantismus mit nicht geringerm Eifer wie den Katholizismus. In Paris besitzt sie eine Centralstelle für die Evangelisationo Frankreichs. Unterschieden von ihr ist noch die evang. Gesellschaft des Nordens, welche der Staatskirche angehört, während erstere «freikirchlicheß Tendenzen verfolgt, d. h. die völlige Trennung der Kirche vom Staate erstrebt. — Unter gleichem Namen besteht auch in der deutschen Schweiz eine orthodox-pietistische Vertigtet fl welche sich namentlich bemüht, der Thätigkeit liberaler Professoren und Prediger durch Anstellung agläubigers Docenten und Veranstaltung. von Gegengottesdiensten Abbruch zu thun.