Fiesco (Giovanni Luigi), oder de Fieschi, Graf von Lavagna, geb. um 1524 zu Genua, ent-Papites einer vornehmen Familie, welcher die äpste Innocenz IV. (1243 — 54) und Hadrian V. (1276) angehörten „ und kam durch den Tod seines Vaters frühzeitig in den Besitz eines beträchtlichen Vermögens. Eifersucht auf das Ansehen der Doria und durch Beleidigung in ihm entzündeter Haß gegen Gianettino Doria, Neffen des berühmten ndrea, veranlaßten ihn, mit seinen vertrautesten Freunden und seinen Brüdern Geronimo und Ottobono den Sturz der Doria und ihren Tod zu verabreden, wozu er mit Umsicht die Vorbereitungen machte. Zur Ausführung des Unternehmens wurde die Nacht vom 1. zum 2. Jan. 1547 bestimmt. Der Neffe des Dogen wurde niedergestochen, Andrea selbst entkam. F. hatte sich gleich zu Anfang des Tumults in den Hafen begeben, um sich der Galeren zu versichern. Hier stürzte er durch das Umschlagen einer Planke ins Wasser und ertrank. Als am Morgen sein Tod bekannt wurde, zerstreute sich das Volk, das nur ihm zu Liebe die Waffen ergriffen hatte, und die Revolution erreichte von selbst ihr Ende, zumal den Verschworenen Begnadigung bewilligt wurde. Nachdem später der alte Andrea Doria es dahin zu bringen gewußt hatte, daß der Senat die Begnadigungsakte für nichtig erklärte, wurde F.s Familie nebst den vornehmsten Verschworenen auf ewig aus Genuas Staaten verbannt und ihr ganzes Besitztum in Beschlag genommen. Die Familie Fieschi ist in jüngster Zeit erloschen. F.s Gemahlin war Eleonora Cybd, eine Schwester des ersten Fürsten von Massa-Carrara, geb. 1. März 1523. Sie rettete sich nach dem verunglückten Verschwörungsversuch nach Massa und heiratete in zweiter Ehe den toscan. General Chiappino Vitelli, der zuletzt als span. Generalstabschef in den Kriegen wider die Niederländer diente und bei der Belagerung von Zierikzee 1576 den Tod fand. Eleonora, eine Frau von glänzenden Geistesgaben, starb in Florenz 17. Febr. 1594. Schiller hat die Geschichte F.s zum Gegenstande eines Trauerspiels gewählt. Der Kardinal de Retz bearbeitete dieselbe nach der ital. Darstellung Agostino Mascardis (1627, zuletzt Flor. 1854). Vgl. Reumont, „Eleonora Cybd und ihre Angehörigeno in «⸗Beiträge zur ital. Geschichtes (Bd. 4, Berl. 1855); Brea, «Sulla congiura del conte G. Luigi Fieschio (Genua 1863); Celesia, La congiura del conte G. Luigi Fieschid (Genua 1864); Canale, «Storia della repubblica di Genova dall' anno 1528 al 1550, ossia le congiure di F. e Giulio Cibòo (Genua 1874).