FeedFarbe
NaturlehreBrockhaus 1882

Farbe ist in der Iun die die Bezeichnung für Substanzen, welche durch die ihnen eigentümliche Fähigkeit der Absorption gewisser Lichtstrahlen die Eigenschaft besitzen, andere Körper, auf welche sie Milgedengen, oder mit denen sie verbunden sind, gefärbt erscheinen zu lassen. Je nach ihrer Verwendung kann man die F. in drei Gruppen bringen: Zeugfarben, Malerfarben und Schmelzfarben. (über Zeugfarben unter Färberei.) Unter den Malerfarben unterscheidet man zunächst nach ihrer Beschaffenheit Lasur⸗ und Deckfarben, von denen die erstern durchsichtig oder durchscheinend sind, während die letztern undurchsichtig sind. Die Lasurfarben können daher, wenn sie ihren ursprünglichen Farbenton bewahren sollen, nur nebeneinander aufgetragen werden, während die Deckfarben übereinander gesetzt werden können, wobei dann nur die F. der obersten Schicht zur Geltung kommt, da diese so undurchsichtig ist, daß von allem, was darunter liegt, nichts wahrgenommen wird. Bei weitem am meisten Verwendung finden die Deckfarben und diese sind ohne Ausnahme unlösliche, pulverförmige Körper, die unter Mitwirkung eines Bindemittels auf den zu färbenden Unterlagen zu befestigen . Das Bindemittel ist entweder eine wässerige Lösung von Leim, Gummi oder dergleichen, die beim Eintrocknen die Wasserfarben auf der Unterlage fixiert, oder ein trocknendes OÖl, Leinöl, Nußöl, Mohnöl, welches an der Luft rasch erhärtet und dabei die Olfarben auf dem Grunde befestigt. Nur in ganz seltenen Fällen bedient man sich anderer Bindemittel; so werden bei der Enkaustik (s. d.) und Wachsmalerei (s. d.) die F. mit flüssig gemachtem Wachs aufgetragen, die Temperamalerei (s. d.) des Mittelalters arbeitete mit Leimfarben, die mit Eidotter versetzt waren, bei der Freskomalerei (s. d.) fixiert der im frischen Mörtel gelöste Kalk, indem er an der Luft in kohlensauren Kalk übergeht, die F., in der Stereochromie (s. d.) findet eine Verkieselung durch aufgespritztes Wasserglas statt. Für jede Art der Malerei ist eine vollständige Homogenität der Farbenmasse erstes Bedürfnis. Alle

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 567Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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