Fellenberg (Phil. Emanuel von), ein um Schule, Landwirts — und Gemeinwohl vielfach verdienter Mann, geb. 27. Juni 1771 zu Bern, aus altem patricischem Geschlecht, studierte seit 1789 in Tübingen die Rechte, nachdem er schon vorher auf Reisen in der Schweiz, Frankreich und Deutschland den Entschluß gefaßt hatte, — vorzugsweise der Volksbildung und dem Erziehungswesen zu widmen, wozu ihn der Umgang mit Pestalozzi noch mehr bestimmte. F. ging 1795 nach Paris, wo er die der Schweiz drohenden Gefahren durchschaute, und kehrte dorthin zurück, um zur Abwehr derselben sein Möglichstes zu thun. Bei der 1798 in Bern ausgebrochenen Revolution übernahm er das Amt eines Quartierkommandanten der obern Distrikte des Kantons. Gemeinschaftlich mit seinem Vater kaufte er 1799 das Gut von Hofwyl in der Nähe Berns, das er 1801 nach des Vaters Tode ganz an sich brachte. Behufs gemeinsamen Wirkens mit Pestalozzi veranlaßte er diesen, seine Schule von Burgdorf nach dem Schlosse Buchsee, ganz in der Nähe von Hofwyl, zu verlegen. Beide wollten gemeinsam das Werk leiten; allein ihre durchaus entgegenstehenden Charaktere ließen es zu keiner Einigung kommen, sodaß Pestalozzi sich nach Pverdon im Kanton Waadt begab. F. setzte dagegen mit Eifer sein Bestreben fort, durch neue Einrichtungen den Ertrag seiner Besitzung zu heben und sowohl durch sein Beispiel wie durch die Herausgabe landwirtschaftlicher Schriften gemeinnützig 0 wirken. Auch gründete er ein Institut für verlassene Kinder und eröffnete ein ökonomisches Lehrinstitut, wozu die berner Regierung einstweilen das Schloß Buchsee einräumte, und mit welchem 1808 die Erziehungsanstalt für Kinder höherer Stände in Verbindung trat; 1818 ging jedoch die landwirtschaftliche Lehranstalt zu Buchsee ein. 1 gründete 1830 noch eine Realschule, später eine Kleinkinderschule, wurde 1833 zum Landammann von Bern gewählt und starb 21. Nov. 1844. Die Anstalten zu Hofwyl wurden eine Zeit lang von einem seiner Söhne, Wilhelm von F. (gest. im H11— 1880 zu Merzig), fortgeführt, dann gänzlich aufgegeben. Vgl. Hamm, F.s Leben und Wirken) (Bern 1845); Schöni, «Der Stifter von Hofwyl. Leben und Wirken F.s» (Schaffh. 1874).