FeedSalis-Seewis
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Salis-Seewis (Joh. Gaudenz, Freiherr von), deutscher Dichter, der vorerwähnten Familie angehörig, geb. 26. Dez. 1762 zu Seewis in Graubünden, nach andern auf dem Schloß Bothmar bei Malans, erhielt seine erste Bildung im väterlichen Hause, dann lebte er einige Zeit bei Pfeffel in Colmar. Er wurde 1786 Hauptmann im Regiment Salis-Samaden zu Arras, später, während des Bastillensturmes, zu Paris. Im Winter 1789—90 lernte er auf einer Reise Goethe, Wieland, Herder und Schiller kennen, und vertraute Freundschaft und AÄhnlichkeit des dichterischen Talents verband ihn aufs innigste mit Matthisson: 1792 diente er unter dem General Montesquiou in Savoyen. Im J. 1793 nach der Schweiz zurückgekehrt, vermählte er sich 5 Malans mit Fräulein von Pestalozzi und lebte als Privatmann zu Chur. Wegen seiner Mitwirkung für den Anschluß Graubündens an die Schweiz von seinen Landsleuten vielfach angefeindet, ging er nach Zürich und wurde Generalinspektor der helvetischen Truppen und Generaladjutant in Massenas Generalstabe, später Mitglied des helvetischen Cassationsgerichts. Im J. 1809 ward er Stadtvogt und Bundeslandammann zu Chur und starb zu Malans 29. Jan. 1834. S.“ Lieder sind ohne Ausnahme von geringem Umfange und schildern Naturscenen unter dem Eindruck verschiedener Gemütsstimmungen. In den meisten herrscht eine elegische Stimmung vor. Eine Sammlung seiner «Gedichte erschien zuerst 1793 (Zürich, neue Aufl. 1848), eine Auswahl mit Biographie in der Deutschen Nationallitteraturo (Stuttg. 1882, Bd. 43). Vgl. die Biographie von Röder (St. Gallen 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 142Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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