Ferdinand (Karl Jos.) von Este, Erzherzog von Ssterreich, österr. Feldmarschall, geb. 25. April 1781, der zweite Sohn des Erzherzogs Karl Anton Jos. Ferdinand (geb. 1754, Benr 1806), welcher durch die Vermählung mit Beatrix von Este die Erbfolge in Este erhielt, und dessen ältester Sohn ranz IV. (gest. 1846) Herzog von Modena war. m Kriege von 1805 erhielt F. den Oberbefehl des 3. Armeekorps von 80000 Mann, das Bayern besetzte und in Schwaben sich aufstellte. Nachdem Mack (s. d.), der das Ganze leitete, in seiner Stellung an der Iller sich hatte umgehen lassen, wurde F. an der Spitze des linken Flügels 9. Okt. von dem Marschall Ney bei Günzhurg geschlagen. F. beschloß, das Schicksal des in Ulm eingeschlossenen Heeres voraussehend, sich mit 12 Schwadronen durchzuschlagen, führte seine Schar durch das feindliche Heer nach Ottingen und zog die Trümmer des Hohenzollernschen Korps an sich. Bei Gunzenhausen an der Altmühl entging er kaum der Gefangennahme durch den ihn verfolgenden Murat, dem auch die Infanterie F.s in die Hände fiel, kam jedoch nach 8Tagen mit noch 1500 Reitern nach Eger. Hierauf erhielt er den Oberbefehl über die kaiserl. Truppen in Böhmen, organisierte den Landsturm und machte den Bayern in mehrern glücklichen Gefechten * Fußbreit Landes streitig. Mit etwa 18000 Mann deckte er den rechten Flügel der verpündeten Armee, bis diese die unglückliche Schlacht bei Austerlitz lieferte. F. wurde 1809 O erbefehlshaber des 36000 Mann starken 7. Armeekorps, mit welchem er 15. April über die Pilica ins Herzogtum Warschau einrückte, dessen Hauptstadt sich ihm 22. April ergab. Während nun F. gegen Kalisch zog und Thorn angriff, umgin Poniatowski die Osterreicher, schlug einige Abteilungen derselben und brach im österr. Galizien ein, sodaß F. Warschau aufgeben mußte. Zwar eroberte er Galizien wieder, doch wurde er sehr bald von Poniatowski abermals vertrieben. F. zog sich nach Ungarn zurück, und der Waffenstillstand zu Znaim, 12. Juli, beendigte den Krieg. Im Feldzuge von 1815 übernahm F. den Oberbefehl über die österr. Reserve am Rhein. Im J. 1816 wurde er Kommandierender in Ungarn, 1830 Generalgouverneur von Galizien, legte diese Stelle jedoch nach den Unruhen von 1846 nieder, lebte dann meist in Italien und starb 5. Nov. 1850 auf Schloß Ebenzweier bei Gmunden.