Ferdinand II., Erzherzog von Ssterreich, geb. zu Linz 14. Juni 1529 als zweiter Sohn König Ferdinands I., nahm 1547 an dem Schmalkaldischen Kriege teil und verwaltete seit 1547 die Statthalterschaft von Böhmen. Im J. 1547/48 lernte er gelegentlich des augsburger Reichstags die schöne 20jährige Philippine Welser (s. d.) kennen, die ihn o fesselte, daß er sich nach längerer Liebeszeit 1557 zur geheimen Ehe mit ihr entschloß. Schon waren vier Kinder dem Verhältnis entsprossen, als Philippine es wagte, dem Schwiegervater das Geheimnis zu offenbaren, und dieser verzieh beiden den Schritt. Freilich wurden die Kinder nicht thronfähig und die Ehe offiziell geheimgehalten, bis 1576 F. auch diese Fessel durch ein päpstl. Breve abwerfen konnte. Beim Tode des Vaters 1564 Regent Tirols und der österr. Vorlande geworden, übertrug er die Verbindung straffen landesfürstlichen Machtstrebens mit Rekatholisierungseifer auf diese fast prot. Länder und setzte gegen die Protestanten wie auch gegen kath. ständische Selbständigkeitsgelüste seinen Willen durch. Der Katholizismus Tirols ist auf ihn wesentlich zurückzuführen. Im J. 1580 starb seine Gemahlin auf Schloß Ambras, das er durch seine Kunst⸗ und Büchersammlungen bleibend berühmt gemacht hat, und er entschloß sich 1582 zu einer zweiten Ehe mit Eleonore von Mantua, die ihm aber nur drei Töchter schenkte, sodaß bei seinem Tode (24. Jan. 1595) seine Besitzungen als Gesamterbe an die absburgischen Seitenverwandten fielen.