FeedFerdinand III.
GeschichteBrockhaus 1882

Ferdinand III., röm.⸗deutscher Kaiser, 1637 —57, der Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 13. Juli 1608 zu Gratz, von den Jesuiten erzogen, 1626 zum ungar., 1627 zum böhm., 1636 zum röm. Könige ernannt, führte nach Wallensteins Tode, zu dessen eifrigsten Gegnern er gehört hatte, den Oberbefehl über das in Wirtlichkeit von Gallas befehligte Heer, welches 28. Juli 1634 Regensburg eroberte und 6. Sept. darauf den rettenden Sieg bei Nördlingen erfocht. Nach dem Tode des Vaters in Osterreich und dem Reich Herrscher geworden, mußte er noch fast 12 Jahre das Kriegselend verlängern, obgleich er von Anfang an dem Frieden ernstlich das Wort redete, bei wachsender Zerrüttung und Verwüstung von Stadt und Land. Zweimal Ente 1645 bei Jankau und 1647 vor Eger, trat er selbst den Schweden entgegen. Ohgleich Württemberg, Zweibrücken und Hanau dem Prager Frieden beitraten, hielt der Gegensatz gegen die fremden Mächte, zu denen im Reich besonders die Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen stand, der Einfluß Spaniens auf F. und sein unerschütterliches Widerstreben gegen die Freistellung der Religion in Osterreich das Kriegsfeuer lebendig, bis er sich endlich 24. Okt. 1648 zur Unterzeichnung des West- auch da Friedens (s. d.) bestimmen ließ. F. blieb auch dann in den schroffsten Bahnen kath. Politil Den Katholizismus Schlesiens hat er besonders hergestellt. Noch während der Friedensverhandlungen bereitete F. die röm. Königswahl seines Sohnes

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 681Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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