FeedFerdinand Wilhelm
GeschichteBrockhaus 1882

Ferdinand Wilhelm, Prinz von Württemberg-Neustadt, geb. 12. Sept. 1659, trat jung in dän. Kriegsdienst, kämpfte 1681—87 im kaiserl. Dienste gegen die Türken und Franzosen, befehligte 1690 in Irland die König Wilhelm III. zu Hilfe gesendeten dän. Truppen, führte diese 1692 nach Holland gegen die Franzosen und zeichnete sich namentlich in den Schlachten bei Steenkerken (3. Aug.), sowie im folgenden Jahre bei Neerwinden (29. Juli) an deren Spitze aus, worauf er zum General der Infanterie und Oberst der Leibbrigade ernannt wurde. Im J. 1694 verteidigte er Nieuport gegen die Franzosen, kämpfte 1695 mit Auszeichnung vor Namur, dessen Fall großenteils ihm zu verdanken gewesen ist, und wurde nach dem Friedensschlusse Gouverneur des holländ. Flandern. F. entdeckte 1696 eine Verschwörung gegen Wilhelm III. von England, trat dann 1698 in poln. ienst, wo er unter König August 1I. den Oberbefehl überdas sächs.⸗ poln. Heer in der Ukraine als Generalfeldmarschall übernahm und durch eine Reihe glückli er Operationen den Türken einen Teil von Podolien entriß. Im J. 1700 führte F. in Holstein den Oberbefehl gegen die Schweden, kehrte dann nach Holland zurück und starb daselbst 7. Juni 1701 zu Sluys.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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