Ferdinand, Erzbischof und Kurfürst von Köln, Sohn Herzog Wilhelms V. von Bayern, geb. 7. Okt. 1577, studierte mit seinen Brüdern seit 1589 in Ingolstadt, besuchte 1591 Köln, darauf Rom, ward mit päpstl. Zustimmung 1595 Koadjutor seines folger des Kurfürsten Ernst, und 1612 sein Nachfolger auf dem erzbischöfl. Stuhl, zu dem er in demselben Jahre noch die Sitze Lüttich, Münster und Hildesheim und 1618 Paderborn gewann. Der Gedanke einer kath. Liga, wie sein Bruder Maximilian JI. von Bayern sie schuf, fand in F. den eifrigsten Vertreter, doch konnte er die oberdeutschen Stände nicht, wie er hoffte, zu seiner Aufnahme in den Bund bewegen. Nach Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs trat F. in die rhein. Liga ein, vermochte aber dennoch nicht, den Einfall der Holländer in das Erzstift abzuwehren. Von den durch sie erbauten Forts Pfaffenmütz und Pfaffenbrille bei Bonn beherrschten diese den Rhein und brandschatzten das Kurfürstentum, und erst Spinola gelang es nach seinem pfälz. Feldzuge ersteres zu erobern. W Winter 1622/23 war F. auf dem Reichstage in Regensburg, wo er die Übertragung der Kur auf seinen Bruder Max betrieb. Das Einschreiten Gustav Adolfs, dessen Siegeslauf F. vergebens durch Ferdinand der Heilige (Infant von Portugal) Neutralität fern zu halten hoffte, zog die schwed., kaiserl. und span. Völker in das Erzstift das mit seinen festen Plätzen, selbst Deutz Naue hel⸗ dem schwed. Heerführer Baudissin zur Beute fiel. Nur Kölns Wälle vermochten die Feinde nicht zu stürmen, und ihr Rückzug an die Sieg machte auch Deutz wieder frei. Trotz seines Beitritts zu dem Prager Frieden (Juni 1635) konnte F. nicht sein Gebiet von den Verwüstungen des großen Kriegs erretten. Obgleich F. im Mai 1647 dem Waffenstillstand zwischen Bayern und Frankreich-Schweden-Hessen beitrat, mußte er sich, von letztern bedrängt, noch einmal zur Erneuerung des Kampfes entschließen, dem erst der endgültige Abschluß des Westfälischen Friedens ein Ende machte. Unmittelbar darauf hatte er einen Aufstand im Bistum Lüttich niederzuschlagen. Auf einer Reise in seine westfäl. Bistümer erkrankte F. in Arnsberg und starb dort 13. Sept. 1650. Beigesetzt ist er im kölner Dom. F. bethätigte seinen Eifer für die Rekatholisierung auch durch Kirchenbau 6. B. auf dem Kreuzberge bei Bonn, 1627) und Begünstigung der Orden, besonders der Jesuiten, deren Bekehrungseifer er durch polizeiliche Verordnungen, die bis zur Ausweisung der Ketzer ingen, kräftigst unterstützte.