Ferdinand der Heilige, Infant von Portugal, 1402 geboren als Sohn des Königs Johann des Unechten, wurde von seinem Bruder, dem Könige Eduard I. (1433-38) in Gemeinschaft mit dem jüngern Bruder Heinrich ausgeschickt, um Tanger den Mohammedanern zu entreißen, aber von diesen eingeschlossen, sodaß er den Abzug seines Heeres nur pon erkaufen konnte, daß er ihnen die Rückgabe von Ceuta versprach, selbst aber als Geisel bei ihnen blieb. Aber da die Cortes nicht in die Auslieferung Ceutas willigten, erhielt er seine Freiheit nicht wieder. Er ist nach sechs Jahren in harter Gefangenschaft 1443 gestorben. Seinem Schicksale entnahm Calderon den Stoff zu dem Trauerspiele Der standhafte Prinzo. erdinand, der sog. Kardinal-Infant, kaiserl. General im Dreißigjährigen Kriege, geb. 17. Mai 1609 als dritter Sohn Philipps III. von Spanien, wurde sehr jung Erzbischof von Toledo, dann Kardinal und von seinem königl. Bruder Philipp IV. als Nachfolger der Erzherzogin Isabella in der Regierung der Niederlande ausersehen. Von Mailand aus an der Spitze eines starken Armeekorps nach Deutschland vorrückend, wo er für die kaiserl. Politik ein Rückhalt gegen Wallenstein wurde, trug er wesentlich zu dem großen Siege bei Nördlingen über die Schweden und Bernhard von Weimar bei (6. Sept. 1634) und zog 4. Nov. in Brüssel ein. Hier erwartete ihn die schwere Aufgabe, den vereinten Angriffen der Franzosen und der von Friedrich Heinrich von Oranien geführten Niederländer zu widerstehen. Unterstützt von Piccolomini und Johann von Werth ergriff er 1636 die Offensive, eroberte die Picardie, nahm alles Land zwischen Somme und Oise und eine Reihe fester Plätze. Der Schrecken vor Iweffir von Werths Reitern, die bis vor Paris schweiften, entvölkerte schon die Hauptstadt, aber die Zuchtlosigkeit und Desertion in der eigenen Armee zwang F. zum Rückzuge. Im Aug. 1640 versuchte F. mit dem Her300 von Lothringen vergebens den Entsatz von Arras, das den Franzosen ebenso in die Hände fiel, wie bald darauf das feste Aire in Artois. F. starb in Brüssel 9. Nov. 1641.