Finsternisse nennt man diejenigen Himmelserscheinungen, bei denen ein leuchtender Körper durch einen andern, sei es durch Zwischentreten oder durch eine Beschattung auf kurze Zeit für uns verdunkelt wird. Es ist danach jede Sternbedeckung, jeder Durchgang von Planeten eine hierhergehörige Erscheinung. Gewöhnlich versteht man aber unter der Bezeichnung F. nur die vollständige oder teilweise Bedeckung der Sonnenscheibe durch den zwischen Erde und Sonne tretenden Mond J. Sonnenfinsternisse) und die vollständige oder teilweise Verdunkelung der Mondscheibe durch das Eintreten des Mondes in den Schatten der Erde. (S. Mondfinsternisse.) Finsterwalde, Stadt im Kreise Luckau des reuß. Regierungsbezirks Frankfurt der Provinz Brandenburg, an der Linie Halle-Kottbus-Guben der Preußischen Staatsbahn und rechts am Schacke-Fließ, einem Zuflusse der Kleinen Elster (Dober), ist Sitz einer Reichsbanknebenstelle, zweier Amtsgerichte, hat ein Schloß, eine Mittelschule, bedeutende Tuchfabrikation, Eisengießereien, Maschinenfabriken, Fabrikation von chem. Fetten und Cigarren, eine Dampfmahl- und eine Dampfsägemühle, eine Gasanstalt und zählt (1880) 7300 meist evang. E. uur 71 Katholiken und 9 Juden). Die im got. Stil erbaute, 1581 vollendete Dreifaltigkeitskirche hat einen schönen Altar und eine aus sächs. Marmor gearbeitete Kanzel. Das hier produzierte fast ausschließlich schwarze Tuch wird auf den Messen in Frankfurt a. O., Leipzig und Braunschweig abgesetzt; bedeutender Versand desselben findet auch nach Schweden und nach der Schweiz statt. In der Umgegend befinden sich große Braunkohlenlager. F., stets zur Markgrafschaft Niederlausitz gehörig, lam mit dieser 1373 an Böhmen, 1635 an Kursachsen und 1815 an Preußen. Am 17. April 1642 wurde die Stadt von den Schweden unter Königsmark völlig niedergebrannt.