FeedFischer Joh. Georg)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fischer Joh. Georg), deutscher Dichter, geb. zu Groß-Süßen in Württemberg 25. Okt. 1816, bezog erst im 25. Jahre die Universität Tübingen, wo er zuerst dem Studium der Botanik, dann aber dem der Ästhetik und der allgemeinen Litteratur oblag, fungierte später als Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums zu Stuttgart und übernahm zuletzt die Leitung dieser Anstalt. Im J. 1860 wurde F. zum Professor an der stuttgarter Oberrealschule für die Fächer der Geographie, Geschichte, deutschen Sprache und Litteratur ernannt. Von Frs lyrischen Dichtungen sind zunächst eine durch Zartheit der Empfindung sich auszeichnende Sammlung „Gedichter (Stuttg. 1854; 2. Aufl. 1858) zu erwähnen. Diesen schlossen sich dann an die Neuen Gedichter (Stuttg. 1856), ferner «Den deutschen Fraueno (Stuttg. 1869), «Aus srischer Lufto (2. Aufl. 1872) und Neue Liedero (Stuttg. 1875). Allen lyrischen Produktionen F.s ist neben Schönheit und Korrektheit der Form Innigkeit der Empfindung und Tüchtigkeit der sich darin aussprechenden Gesinnung eigen. Im J. 1881 erschien von F. das Idyll Der glückliche Knechto (Stuttg.). Weniger dichterischen Wert haben wegen der darin vorherrschenden Neigung zum Rhetorischen und Deklamatorischen und der oft mangelhaften dramatischen Technik seine Dramen: «Saulo (Stuttg. 1862), Friedrich II. von Hohenstaufen (Stuttg. 1863)/ Florian Geyero (1866), «Kaiser Maximilian von Mexikov (Stuttg. 1868). In der Skizze „Aus dem Leben der Vögele (Lpz. 1863) bekundet F. eine poetisch-sinnige Auffassung des Naturlebens.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 843Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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