Fischsee, auch Großer Fischsee genannt, ist der schönste aller Seen in der Hohen Tätra; er liegt in einer Höhe von 1404,3 m über dem Meere auf der Grenze von Ungarn und Galizien. Die Grenzlinie durchschneidet den See derart, daß von den 33 ha seines Flächenraums 17,4 ha auf Ungarn entfallen. Das Tiefenmaximum des Sees wurde mit 49,m festgestellt. Der See ist reich an Forellen. Auf dem Damme, der den See im Norden begrenzt, ist ein Schutzhaus für 30 Personen errichtet. kultivierten Ländern den Anwohnern ihren Bedarf an Fischen jederzeit reichlich liefern und unerschöpfliche Vorräte zu enthalten scheinen, ist bei steigender Kultur überall mit der Zunahme der Einwohnerzahl eine Verminderung des Fischreichtums ein-Letreten, und es hat sich herausgestellt, daß ohne rationelle Bewirtschaftung das Wasser ebenso wenig wie das Ackerland im Stande ist, der stetig wachsenden Menschenmenge die erforderliche Nahrung zu bieten. In dicht bevölkerten Ländern, wie in China, ist man schon sehr En genötigt gewesen, den Fischbestand durch zweckmäßige Mittel zu erhalten und zu vermehren. Die alten Römer, die gewöhnlich als große Fischzüchter gepriesen werden, verdienen diesen Ruhm nur in sehr beschränktem Maße, indem die von den reichen Schwelgern der Kaiserzeit oft mit ungeheuern Kosten angelegten Süß⸗ und Meerwasserteiche nur als Behälter für die mit unsinnigen Preisen bezahlten Fische dienten und in vollswirtschaftlicher Hinsicht ohne jeden Wert waren. Ungleich größere Verdienste haben sich später die christl. Klöster durch die Anlage von Teichen erworben, in denen Karpfen und andere Fische in Menge mit dem besten Erfolg gezüchtet wurden. Ihr Verfahren wird noch heute in fast unveränderter Weise angewandt. Eine angemessene —7 reifer Fische wird im Frühjahr in kleinere, flache und warme, pflanzenreiche Teiche gesetzt, die vorher von Raubfischen und andern Feinden gänzlich befreit sind (Streichteiche). Der an den Wasserpflanzen in der Nähe der Ufer abgesetzte Laich entwickelt sich hier geschützt und ungestört; in ein bis zwei Wochen schlüpfen die Fischchen aus, wachsen bei reichlich vorhandener +1H+1 Nahrung schnell heran und werden im Herbst als «Strich », 4Brut v oder „ einsömmerige Fische durch Trockenlegung der Teiche gefangen und in einen tiefern, womöglich mit stetigem Wasserzufluß versehenen „ Winterteich gesetzt. Derselbe kann, da die Karpfen in der kalten Jahreszeit nicht fressen, sondern eine Art von Winterschlaf halten, b0 dicht besetzt werden. Im Frühjahr wird er abgefischt, und die einsömmerigen Fische werden in größere flache, warme und pflanzenreiche Teiche (Streckteiche) gebracht, aus denen sie gewöhnlich im Spätherbst als zweisömmerige wieder in einen Winterteich gesetzt werden. Im nächsten Frühjahre setzt man sie dann in größere und tiefere «Abwachsteichev, in welchen sie in ein ö bis zwei ach l0 zu marktfähiger Ware heranwachsen. Ahnlich können Schleien, Karauschen, Goldfische gezüchtet werden, in größern und tiefern Teichen auch Zander. Künstliche Fischzucht. Zu der seit Jahrhunderten bewährten Teichwirtschaft ist neuerdings, auptsächlich für die Vermehrung der lachsartigen Fische (Lachse, Forellen, Aschen, Maränen) die sog. künstliche F. hinzugetreten, die an vielen Orten schon bedeutende Resultate erzielt hat. Die künstliche F., d. h. die künstliche Gewinnung, Befruchtung und Erbrütung von Fischeiern, wurde schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. von Jacobi in Lippe-Detmold an der Forelle erprobt, hat aber erst im 19. Jahrh., vorzugsweise infolge der Anregung des franz. Embryologen Coste und der auf seine Veranlassung von Napoleon III. angelegten Brutanstalt in Hüningen, ausgedehnte Verbreitung gefunden. Die lachsartigen Fische produzieren größere, aber sehr viel weniger zahlreiche Eier als die karpfenartigen, sie legen dieselben größtenteils in der kalten eh ab, und da die Entwickelung derselben mehrere Monate beansprucht, sind sie viel größern Gefahren ausgesetzt und geht ein sehr viel größerer Teil zu Grunde als von den sich schnell entwickelnden Eiern der im Sommer laichenden Arten. Da die Befruchtung der Fischeier oder des Rogens durch die Samenflüssigkeit oder Milch der männlichen Tiere erst nach ihrer Ablage ins Wasser, also außerhalb des mütterlichen Körpers stattfindet, so bietet die künstliche Befruchtung keinerlei Schwierigkeiten. Die legereifen Eier, welche in der Laichzeit aus dem Leibe der Weibchen bei gelindem Druck in einem Strahle hervorquellen, werden am besten in einer trockenen Schale aufgefangen und ohne Wasserzusatz mit der Milch eines reifen Männchens vermischt. Für einen Suppenteller voll Eier ist ein Theeloöffel voll Milch genügend. Nach gehöriger Vermischung durch Umrühren mit dem Finger oder mit einer Federfahne wird etwas Wasser zugesetzt. Die Eier quellen, indem sie durch ihre poröse Schale Wasser mit den darin schwimmenden Samenkörperchen der Milch aufsaugen, erheblich auf und werden so befruchtet. Weniger günstige Resultate als die beschriebene (trockene) liefert die ältere (feuchte) Befruchtungsweise, nach welcher Eier und Milch gleichzeitig oder nacheinander in ein Gefäß mit Wasser geschüttet werden. Die befruchteten Eier können ohne weiteres an geeigneten Orten in das freie Wasser geworfen werden, viel vorteilhafter ist es aber, sie vor allen Fährlichkeiten geschützt in Brutanstalten auszubrüten. Es sind dazu keineswegs große und kostspielige Räume erforderlich, es genügt jeder frostfreie Raum, in welchen fließendes Wasser geleitet werden kann, ein Keller, ein Verschlag in einem Viehstalle u. dgl.; auf dem Raume eines Quadratmeters können Zehntausende von Eiern ausgebrütet werden. Das Ei der Winterlaichfische bedarf zu seiner gedeihlichen Entwickelung der reichlichen Zufuhr klaren, kalten und luftreichen Wassers; die Niederschläge, welche sich aus trübem Wasser auf den Ciern bilden, erschweren die Kontrolle, wärmeres Wasser beschleunigt die Entwickelung und macht sie unregelmäßig, luftarmes läßt die Embryonen ersticken. Trübes Wasser muß daher filtriert werden, wärmeres und zu luftarmes kann durch eine längere Leitung in offenen Rinnen, womöglich mit starkem Gefälle, abgekühlt und mit Luft gesättigt werden. Als Filtrierapparate werden zweckmäßig gut gereinigte Petroleum-oder Weinfässer benutzt, in denen etwa handhoch über dem Boden ein hölzerner Rost angebracht wird, auf welchen man eine dicke Schicht von Badeschwammabfällen oder gereinigtem groben Kies schüttet (daher Kiesfilter genannt). Diese Filtrierschicht muß von dem Wasser in auf⸗ oder absteigender Richtung passiert werden, man kann auch zweckmäßig zwei oder mehrere solcher Tonnen kombinieren. (S. Tafel: Künstliche Fischzucht, Fig. 1.) Brutapparate sind in großer Anzahl konstruiert worden, am vorteilhaftesten sind die sog. unterspüligen, nach amerik. Muster eingerichteten, in welchen das Brutwasser die auf einem Siebe in mehrfacher Schicht gelagerten Eier von unten her durchströmen muß und in der Nähe des Oberrandes des Apparats abläuft. Solche Apparate verschiedener Form, die im allgemeinen als Californische Bruttröge bezeichnet werden, sind von von der Borne (Fig. 2), Eckardt (Fig. 3), Schuster (Fig. 4), von La Valette Saint-George (Fig. 5) u. a. angegeben. Sie können in fünf⸗ oder mehrfacher Schicht 5—10000 Eier von Forellen aufnehmen. In den nach demselben Prinzip gebauten Wilmotschen Trichtern mit kegelförmigem ECierbehälter und kleinem Siebe ist die Strömung eine stärkere. In den sog. Selbstauslesern, wie z. B. dem von der Borneschen (Fig. 6), wird durch stärkern Wasserzufluß eine starke aufsteigende Strömung erzielt, welche kleinere Eier, wie die der Maränenarten, schwebend erhält und die abgestorbenen, deren spezisisches Gewicht etwas geringer wird, mit ortschwemmt. Das Prinzip der Unterspülung sinden wir auch in dem Holtonschen Brutapparat (Fig. 7). Die Eier werden in einfacher Schicht auf viereckigen, genau aufeinander passenden Drahthorden gelagert; 10—20 solcher Horden werden in einem viereckigen Kasten fest aufeinander gestellt; das Brutwasser tritt unten ein, durchströmt sämtliche Horden und fließt oben ab. In großen Brutanstalten werden meistens sog. Bruttische angewandt (Fig. S und 9), lange, flache Kästen, durch welche Wasser hindurchströmt und in welchen die auf Drahthorden in einfacher Schicht gelagerten Eier so aufgestellt sind, daß sie allseitig vom Wasser umspült werden. Solange noch keine Fischchen ausschlüpfen, können die Horden bei reichlichem Wasserzufluß auch mehrfach übereinander gestellt werden. Wo man über geeignetes Brutwasser nicht verfügt, können die Eier bis zum Ausschlüpfen der Fischchen in sog. Eisbrutschränken (Fig. 10) gehalten werden, in denen sie sich ebenso gut entwickeln. Sie werden auf viereckigen, mit Leinwand oder Baumwollzeug bespannten Rahmen in einfacher Schicht ausgebreitet, die Rahmen werden etwa zu zehn Stück übereinander in einen Holzkasten eingeschoben und darüber eine tiefere Schublade gestellt, die mit Eis gefüllt ist. An einem kühlen, aber frostfreien Raume aufgestellt, werden die waper und Eier durch das abtröpfelnde Schmelzwasser genügend feucht erhalten. Sind sie so weit entwickelt, daß man die Augen des Fischchens als schwarze Punkte sehen kann, so können sie, in feuchtes Moos oder Watte verpackt, ohne Gefahr weit verschickt und danach in Apparate mit fließendem Wasser gebracht werden. Die Eier müssen, nachdem sie nach der Befruchtung in Brutapparate der einen oder andern Art gelegt sind, täglich revidiert werden, um die toten auszulesen, die an ihrer weißen Farbe leicht kenntlich sind und die sonst durch Fäulnis und Pilzbildung den andern gefährlich werden. Das Auslesen geschieht am besten mit Pincetten von Metall oder von Schilfrohr (Fig. 11, 12). Beim Ausschlüpfen aus dem Ei sind die Fischchen ganz durchsichtig und tragen am Halse einen großen Sack, die Dotterblase, welche den Rest des Eidotters enthält und allmählich aufgezehrt wird. Bei Lachsen und Forellen ist er sehr 9106 und schwer, verschwindet erst in mehrern Wochen und hält die Fischchen durch seine Schwere am Boden; bei den Maränen ist er von vornherein sehr viel kleiner, sodaß sie schon bald nach dem Ausschlüpfen an die Oberfläche kommen. Erst nach Aufzehrung des Dottersacks brauchen die Fischchen Nahrung und müssen dann in Gewässer gebracht werden, in welchen sie diese finden, da die Aufzucht in geschlossenen Räumen mit natürlichem oder künstlichem Futter, von der man sich früher viel Heniteert atte, nur ganz ungenügende Resultate liefert. Besser als die Jungfische gleich nach dem Verschwinden der Dotterblase in die freien Gewässer zu lassen ist es, sie in Aufzuchtgräben oder Teichen einige Monate zu halten und ihnen so die größten Gefahren, welche ihnen in der frühesten Jugend drohen, 7 zu halten. Lachse müssen dann in geeignete Flüsse gesetzt werden, da sie zur vollen Entwickelung nach dem Meere wandern müssen, aus dem sie nach Verlauf von drei bis vier Jahren zum Laichen wieder in die Gewässer zurückkehren, in welche sie eingesetzt waren. Forellen und Maränen können, ebenso wie Saiblinge und verwandte Arten, sehr vorteilhaft in Teichen aufgezogen werden, doch müssen dieselben größere Tiefe haben als die Karpfenteiche und von kühlem, möglichst stark fließendem Wasser gespeist werden. Besonders in kleinen Bächen mit starkem Gefälle sind solche Forellenteiche durch Stauung leicht einzurichten. Von den erwachsenen Tieren nimmt man dann in der Laichzeit Milch und Rogen zur künstlichen Befruchtung und Erbrütung ab. Zur Versendung der Fischeier dienen besondere Schachteln (Fig. 13). Die Entwickelung der Forelle, wie sie oben angegeben, ist in Fig. 14 dargestellt. Auch für die Sommerlaichfische kann die künstliche Befruchtung der Eier angewandt werden. Dieselben kleben aber im Wasser an allen Gegenständen, mit denen sie in Berührung kommen, fest an und würden, einfach ins Wasser geschüttet, zu einem festen Klumpen zusammenbacken, von dem nur die an der Oberfläche befindlichen sich entwickeln, die in der Mitte gelegenen ersticken würden. Die trocken befruchteten Eier müssen daher in feinem Strahl auf in das Wasser gelegte Wasserpflanzen geschüttet werden, an deren Blättern sie ankleben. Diese Pflanzen können dann in schwimmende Weidenkörbe gelegt werden, in denen die Eier vor Feinden geschützt sind; die in Imahicch Tagen ausschlüpfenden Jungen kriechen allmählich durch die Ritzen der Körbe ins freie Wasser. Auch der natürlich am Kraute abgelegte Laich kann leicht gesammelt und in solche Körbe gelegt werden, um sich ungestört zu entwickeln. Der Aal pflanzt sich nur im Meere fort, wo die Männchen allein vorkommen und wohin die Weibchen zur Laiche wandern; die junge Aalbrut (montée), welche scharenweise in die Flüsse einwandert, wird jetzt an vielen Orten massenhaft gefangen und in feuchtem Kraut verschickt. Sie eignet sich vortrefflich zur Besetzung von Teichen, Torfstichen, Mergelkaulen u. s. w., worin sie in drei bis vier Jahren zu marktfähigen Fischen heranwächst. ö Litteratur. Ackerhof, Die Nutzung der Uned- und Gewässer durch F. und Pflanzenbau» (Quedlinb. 1869); Atkins, «Cheap fixturer for the hatching of Salmono (Washingt. 1879); Benecke, „Fische, Fischerei und F. in Ost⸗ und Westpreußen (Königsb. 1881); Beta, «Die Bewirtschaftung des Wassers »(Lpz. 1868); von der Borne, Die F.v (Berl. 1881); Delius, «Die Teichwirtschafte (Berl. 1875); Haack, «Die rationelle F.» (Lpz. 1872); Horak, «Die Teichwirtschafty (Prag 1869); Molin, „Die rationelle Zucht der Süßwasserfisches (Wien 1864); Nicklas, «Lehrbuch der Teichwirtschafto (Stett. 1880); Vogt, «Die künstliche F.» (Lpz. 1875). Fis- dur (ital. ta diesis maggiore; frz. fa dièse majeur; engl. f sharp major), die Durtonart, bei welcher f, e, g, d, a und e um einen halben Ton erhöht, also 6 4 vorgezeichnet sind, gleich der parallelen Molltonart Dis-moll. Der unbequemen Vorzeichnung wegen kommt dieselbe als Haupttonart nur höchst selten vor. (S. unter Ton und Tonarten.) isematenten, soviel wie leere Flausen. isetholz, junger Fustik, ungarisches Gelbholz ist das Kernholz des oberirdischen Stammes (nicht das Wurzelholz, wie irrtümlich angegeben wird) des in Südeuropa vielfach wild wachsenden Perückenbaums, Rhus cotinus L. Es wird wegen seines gelben Farbstoffs zum Färben von Wolle und Leder verwandt. Der in gelben Nadeln krystallisierende Farbstoff wird Fisetin oder Fisetinsäure genannt. Seine Zusammensetzung ist nach Koch CusHuoOs, er steht demnach der