FeedFitzinger (Leop. Joi. Franz Joh.)
TierreichBrockhaus 1882

Fitzinger (Leop. Joi. Franz Joh.), Zoolog, geb. 13. April 1802 zu Wien, widmete sich seit 1816 an der Universität naturwissenschaftlichen Studien und erhielt 1821 eine Anstellung bei den Landständen von Niederösterreich, nachdem er schon vorher als freiwilliger Zögling in das Hofnaturalienkabinett eingetreten war. Seine erste größere Arbeit war die Neue Klassifikation der Reptilien nach ihren natürlichen Verwandtschaftens (Wien 1826); von einer zweiten Systema Reptiliumo erschien nur der erste Teil (Wien 1843). Im J. 1844 wurde er zum vierten Custosadjunkten am Hofnaturalienkabinet: ernannt und rückte bis 1860, in welchem Jahre er seinen Abschied nahm, bis zur ersten Custosadjunktenstelle vor. In der Zwischenzeit veröffentlichte er «Wissenschaftlich populäre Naturgeschichte der Säugetierer (6 Bde., Wien 1855—61) und einen die vier Wirbeltierklassen umfassenden Atlas. Im J. 1863 übernahm er die Direktion des zoolog. Gartens in München, 1865 er er in gleicher Eigenschaft nach Pest, legte aber letztere Stellung 1866 nieder und lebte bis 1873 in Pest, seitdem in Hietzing bei Wien. Außer zahlreichen Abhandlunen in den Schriften der wiener Akademie der Wissenschaften veröffentlichte F. namentlich noch zwei gegen die Darwinsche Theorie gerichtete Abhandlungen: 4Versuch einer Erklärung der ersten oder ursprünglichen Entstehung der organischen Körper und ihrer? kannigfaltigkeit » (Lpz. 1872) und (anonym) „Die Darwinsche Theorie bei bengalischer Beleuchtunge (Wien 1873). In ersterer stellte er die Hypothese auf, daß die Vers chiedenheit sämtlicher organischer Formen nicht auf einer allmählichen, im Laufe der Zeiten geschehenen Umgestaltung einer Doder auch mehrerer Urformen beruhe, sondern auf der Verschiedenheit in der chem. Beschaffenheit der Medien, aus welchen sich die Uranfänge der organischen Formen entwickelt haben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 855Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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