FeedFleck (Joh. Friedr. Ferd.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fleck (Joh. Friedr. Ferd.), einer der ausgezeichnetsten deutschen Schauspieler, geb. zu Breslau 10. Juni 1757, bezog nach dem Willen seines Vaters, der Sekretär beim Magistrat war, 1776 die Universität zu Halle, um Theologie zu studieren, entschloß sich aber, als während der Universitätsjahre durch dessen Tod die Unterstützung vom Hause aufhörte, Schauspieler zu werden, trat zuerst am 20. Juni 1777 als Kreuzer (Die abgedankten Offiziers‘) bei der Bondinischen Gesellschaft in Leipzig auf, wo seine trefflichen Anlagen sogleich bemerkt und mit Beifall begrüßt wurden, und ging 1779 zu Ackermann und Schröder nach Hamburg, wo er neben Schröder seinen Ruf begründete. In Berlin fand er 1783 als Gast so ausgezeichneten Beifall, daß er bei der Döbhelinschen Gesellschaft blieb und 1786 bei der zum Nationaltheater erhobenen berliner Bühne angestellt wurde. Seit 1790 Regisseur, nahm er später bei der fortwährenden Kränklichkeit des Professors Engel vielfach teil an der Direktion. Für die Charaktere und das Pathos Shakspeares war er wie geschaffen. In manchen Rollen, z. B. als Lear, mag er an poetischer Auffassung selbst Schröder übertroffen haben. Ebenso war er als Shylock, Götz, Otto von Wittelsbach, Tancred, Essex, Ethelwolf, Infant Don Pedro in Ines de Castro u. s. w. bedeutend. Auch in bürgerlichen Charakteren, wie sie in Ifflandschen und Kotzebueschen Stücken auftreten, war er in höchstem Grade ausgezeichnet. F. starb zu Berlin 20. Dez. 1801. Auf seinen Tod wurde eine von Abrahamson gefertigte Medaille geprägt. Seine Gattin Sophie Luise, geborene Muhl, geb. 5. Juni 1777 zu Berlin, debütierte am Nationaltheater daselbst 9. Juni 1792, heiratete 9. Aug. 1793 F., und 8. März 1807 den Kammermusikus Schröck, verabschiedete sich von der Bühne 25. Okt. 1842 und starb 16. Okt. 1846 in Prenzlau. Sie wurde durch F. zu einer durch Gefühlswahrheit, Innigkeit und Grazie wirkenden Künstlerin gebildet. Auch zwei Töchter F.s, von denen die älteste, Friederike (gest. 1820, sich mit Unzer, die andere mit Gubitz in Berlin verheiratete, wurden von ihm zu tüchtigen Schauspielerinnen gebildet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 884Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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