FeedFlecken
ErdkundeBrockhaus 1882

Flecken (frz. bourg, engl. borough) hießen früher solche Ortschaften, die ursprünglich Dörfer waren, aber einzelne städtische Rechte namentlich in Bezug auf den Gewerbebetrieb erhalten hatten. Insbesondere hießen sie Marktflecken, wenn sie im Besitz des Marktrechts waren. In den neuern Gemeindegesetzgebungen sind die F. nach ihrer Größe teils unter die Städte, teils unter die Landgemeinden eingereiht worden. In England hatten 204 boroughs bis zu der Reform von 1831 gesetzlich das Recht, Abgeordnete in das Parlament zu schicken. Viele von diesen waren gänzlich bedeutungslose Ortschaften, die in völliger Abhängigkeit von den Grundherrschaften oder der Krone standen (rotten boroughs), was zu den größten Mißbräuleckenklee, s. unter Galega. leckenmal, s. unter Leberfleck. Zeugen, aur weuch Wäsche und Kleidungsstücken geschieht auf verschiedene Weise. Handelt es sich um Flecke in weißen Zeugen aus Leinen und Baumwolle, so ist deren Beseitigung meist eine leichte, weil hier jede Art von Waschung und sonstiger chem. Behandlung zulässig ist. Fettflecke entfernt man hier und in allen andern Fällen durch Reiben mit Benzin (Brönners Fleckwasser), wobei nicht zu vergessen, daß die sich entwickelnden Dämpfe leicht entzündlich sind und leicht Kopfweh verursachen. Tinten- und Rostflecke entfernt man durch Eintauchen oder Betupfen der betreffenden Stelle mit einer Lösung von Oxalsäure oder Sauerkleesalz. Flecke von Fruchtsäften, z. B. Heidelbeeren und Kirschen oder von Rotwein, beseitigt man durch öfteres Befeuchten der Flecken mit frisch bereitetem Chlorwasser oder mit sog. Bleichwasser (Eau de Javelle, Javellesche Lauge). In gefärbten Stoffen, namentlich in seidenen, mit den modernen und äußerst delikaten Anilinfarben gefärbten, ist die Vertilgung von Flecken, selbst den von Fett herrührenden, mit Schwierigkeiten verknüpft, da die meisten der früher mit Recht angewendeten F. (Ochsengalle, Kölnisches Wasser, Seife, Boraxlösung) auf die Farbe einen zerstörenden oder mindestens lösenden Einfluß ausüben. ö Bei Fett und ähnlichen Stoffen ist Benzin immer noch das am meisten zu empfehlende F. Bei Tuch und ähnlichen Wollstoffen ist Benzin oder ein ähnlicher flüchtiger Kohlenwasserstoff (wie Petroleumäther) fast stets zum Ziele führend; auf der Anwendung derartiger Kohlenwasserstoffverbindungen beruht auch großenteils die sog. Chemische Wäsche zur Entfernung der Flecken aus getragenen Kleidern, insofern die meisten Schmutzflecke aus Fett oder Harz bestehen, welches mit Staub überzogen ist. Entfernt man durch Benzin das Fett, so verliert damit der Staub seinen Halt, und der Fleck verschwindet. Durch wirkliche Zerstörung der Farbe entstandene Flecke, wie dies bei Einwirkung von Salpetersäure oder durch Aufbewahrung im feuchten Zustande (Stockflecke) geschehen kann, lassen sich nicht oder nur durch Anwendung chem. Mittel beseitigen, deren Wahl dem sachverständigen Färber überlassen bleiben muß. Die in früherer Zeit in der Haushaltung selten fehlenden Fleckkugeln und Fleckseifen, Gemische von gewöhnlicher Seife mit Pfeifenthon oder Walkererde, Soda und Ochsengalle, haben seit der Einführung des Benzins viel von ihrem Werte verloren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 885Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6