Fleury (Emile Felix), franz. General und Diplomat, geb. 23. Dez. 1815 zu Paris, wurde im Collége Rollin erzogen und trat, nachdem er in kurzer Zeit sein Vermögen verloren, 1837 in das damals neuerrichtete Korps der Spahis in Algerien ein. Seine hier bewiesene Tapferkeit und glänzende Führung verschafften ihm eine besonders schnelle Beförderung; er wurde 1840 Unterlieutenant und schon 1844 Kapitän. Im Juli 1848 kehrte er als Stabsofsfizier nach Frankreich zurück, wo er sich mit Begeisterung der bonapartistischen Sache anschloß; infolge dessen wurde er noch im Dezember zum Ordonnanzoffizier des Präsidenten Ludwig Napoleon ernannt. Im J. 1851 nahm er an der Expedition in Kabylien teil, wobei er durch eine Kugel am Kopfe schwer verwundet wurde. Nach seiner Heilung und der Wiederherstellung des Kaiserreichs wurde er zum Kommandeur des Regiments der Guiden, sowie 1861 und 1862 zum Adjutanten des Kaisers, zum Großstallmeister und Generaldirektor der kaiserl. Gestüte ernannt. Durch Dekret vom 15. März 1865 erhielt F. den Titel als Senator und 1. Jan. 1866 den als Großstallmeister. Auch mit diplomatischen Aufträgen war F. mehrfach betraut. Gegen Ende 1866, nach der Einverleibung Venetiens in das Königreich Italien, wurde er zum Könige Victor Emanuel nach Florenz geschickt; 1869 wurde er an Stelle Talleyrands franz. Botschafter in Petersburg. In seinem militärischen Range war F. 1863 bis zum Divisionsgeneral aufgestiegen. Im Kriege von 1870 hatte er kein Kommando, da er bis zum Sturze des Kaiserreichs dessen Vertreter am russ. Hofe war. Seit jener Zeit lebt F. ohne öffentliche Stellung in Frankreich.