Forster (Joh. Georg Adam), berühmter Reisender und klassischer Prosaschriftsteller, der älteste Sohn des vorigen, geb. 26. Nov. 1754 zu Nassenhuben bei Danzig, folgte seinem Vater, 11 J. alt, nach Saratow und setzte dann in Petersburg seine unter des Vaters Leitung begonnenen Studien Den Als dieser nach London ging, begleitete er enselben und arbeitete hier auf einem Comptoir, bis seine schwache Gesundheit ihn nötigte, dem kaufmännischen Berufe zu entsagen. Darauf folgte er seinem Vater nach Warrington, wo er mehreres ins Englische übersetzte und Unterricht im Deutschen und Nue umnde gab. Nach der Rückkehr von seiner Reise um die Welt unter Cook begab er sich 1775 nach Paris und von da über Holland 1777 nach Deutschland, wo ihm der Landgraf von Hessen-Kassel w1779 einen Lehrstuhl der Naturgeschichte an dem Carolinum in Kassel anbot, den er fünf Jahre lang einnahm. Er folgte 1784 einem Rufe als Lehrer der Naturgeschichte nach Wilna. Als 1787 die Kaiserin Katharina eine Reise um die Welt zu veranstalten beabsichtigte, wurde er zum Historiographen dieser Unternehmung ernannt. Da diese Reise aber wegen des Türkenkriegs unterblieb, so lebte F. eine Zeit lang in Göttingen, wohin er sich von Wilna zunächst begeben hatte, ohne Amt, bis ihn der Kurfürst von Mainz 1788 zu seinem ersten Bibliothekar und zum Professor ernannte. Nach der Einnahme von Mainz durch die Ivointion mii wurde F., der den Grundsätzen der evolution mit Eifer ergeben war, 1793 von den republikanisch gesinnten Mainzern nach Paris geschickt, um ihre Vereinigung mit Frankreich beim Konvent nassusuchen. In die Reichsacht erklärt, arb er zu Paris 10. Jan. 1794. F. gehört zu den lassischen Schriftstellern Deutschlands; in seiner Brosa verbindet sich franz. Leichtigkeit mit engl. Würde. Abgesehen von zahlreichen Übersetzungen sind von seinen Schriften zu erwähnen die anziehende, für Naturgeschichte und Menschenkenntnis wichtige Beschreibung der denkwürdigen «Reise um die Welt in den J. 1772— 755 (2 Bde., Lond. 1777; deutsch, 2 Bde., Berl. 1779—80; neue Ausg., 3 Bde., Lpz. 1784), seine Kleinen Schriften, ein Beitrag zur Länder⸗ und Völkerkunde, Naturgeschichte und Philos 250 des Lebens » (6 Bde., Lpz. 1789—97) und insbesondere seine Ansichten vom Niederrhein, Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Juni 17905 (3 Bde., Berl. 1790, neue Aufl. 1794 — 1804; mit Einleitung und Anmerkungen herausg. von W. Buchner, 2 Bde., Lpz. 1868). Auch hat er die Sakontala des Kalidasa auf deutschen Boden veranen F.s Gattin, Therese Huber (s. d.), gab einen „Briefwechsel, nebst Nachrichten von seinem Lebeno (2 Bde. Lpz. 1829) und F.s Tochter seine Sämtlichen Schriften» mit einer Charakteristik des Verfassers von Gervinus (9 Bde., Lpz. 1843) heraus. F.s „Briefwechsel mit S. Th. Sömmeringo gab Hettner heraus (Braunschw. 1877). F.s Leben behandelte H. Koenig in dem Roman „Die Klubbisten in Mainzy (3. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1875) und in F.s Leben in Haus und Weltv 2. Aufl., 2 Tle., Lpz. 1858); Elisa Maier veröffentlichte «Georg F. Lichtstrahlen aus seinen Briefen u. s. w.» (Lpz. 1856) und Klein, 4«Georg F. in Mainzo (Gotha 1863).