FeedFrangipani
GeschichteBrockhaus 1882

Frangipani, ein röm. Adelsgeschlecht, welches r Stammtafel zwar bis ins röm. Kaiserreich, rch angebliche Abstammung von den Aniciern, zurückführt, urkundlich aber erst 1014 in Leo Frangipane auftritt und an den Kämpfen des Mittelalters in und um Rom sich oft beteiligte. Mehrere Mitglieder der Rommim standen als Konsuln an der Spitze der Kommune. Das Colosseum, der Titusbogen und ein Teil des Palatin waren einst in Burgen der F. verwandelt. Bis um die Mitte des 13. Jahrh. erscheinen die F. an den Händeln ihrer Zeit in hervorragender Weise beteiligt. Giovanni F. nahm 1268 Konradin von Hohenstaufen auf dessen Flucht auf seinem Schlosse Astura an der röm. Küste gefangen und lieferte ihn, vielleicht gezwungen, an Karl von Anjou aus. Nebenlinien haben bis in die neueste Zeit fortbestanden. Von einer derselben stammt die röm. neapolit. Familie Trasmondo. Der letzte Zweig der F. blüht heute .7 und gehört noch zum röm. Dus aandel zie kroat. Familie dieses Namens —* angeblich denselben Ursprung, ist jedoch wahrscheinlich slaw. Abkunft. (F., eigentlich: «Frankopano, d. i. Franz, der Wala⸗ Diese letztere wurde für ihre Dienste von Bela III. von Ungarn mit dem Komitat Modrus belehnt und leistete Bela IV. gegen die Mongolen 1242 erfolgreiche Hilfe. Besonders hervorzuheben sind: Johann F., der um 1390 seiner ausgezeichneten Dienste wegen von Sigismund zum Ban von Kroatien, Dalmatien und Slawonien erhoben ward; 0 sein Graf von Szlun, der um 1566 durch seine haten egen die Türken sich dauernden Ruhm erwarb (gest. 1572); Christoph F., welcher nach der Schlacht von Mohäcz (1526) Johann Zapolya in seinem Streben nach der ungar. Krone begünstigte und bei der Belagerung von Warasdin erschossen ward; Franz Christoph F., welcher sich 1667 an Räköczis und Zrinyis Verschwörung gegen Leopold J. beteiligt hatte und 1671 enthauptet ward, mit welchem das mächtige Dynastengeschlecht erlosch.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 69Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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